Die geplante drastische Erhöhung der Ortstaxe in Wien sorgt in der Hotellerie und bei Tourismusunternehmen für hitzige Debatten und Besorgnis. Ab Dezember soll die Steuer von derzeit 3,2 Prozent auf satte 8,5 Prozent des Nächtigungspreises steigen. Es ist eine Maßnahme, die nicht nur den Hotelbetrieben, sondern auch den Gästen ordentlich zusetzen wird. Für mittelständische Betriebe könnte die Erhöhung von 100.000 auf 250.000 Euro in einem Hotel mit 100 Betten existenzbedrohend sein. Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) warnt vor den Folgen für den Standort Wien.
Hotelbranche kämpft gegen Bürokratie und Mehrkosten
Walter Veit, Präsident der ÖHV, kritisiert die mangelnde Planung und die bürokratischen Hürden, die mit der erhöhten Ortstaxe verbunden sind. „Die Stadt schiebt den Hotels die heiße Kartoffel zu“, so Veit. Viele Gäste, die ihre Aufenthalte bereits früh gebucht haben, rechnen mit einer Ortstaxe von 3,2 Prozent und sind nicht auf die neue Erhöhung vorbereitet. Die Hotels stehen nun vor der Aufgabe, Tausende von Gästen zu informieren und möglicherweise unvorhergesehene Kosten einzutreiben – eine Mammutaufgabe. Laut Veit könne es „nicht sein, dass wir unseren Gästen hinterherrennen müssen, um das Geld zu bekommen“.
Eine weitreichende Entscheidung für den Kongressmarkt
Ein besonders heikler Aspekt dieser plötzlichen Steuererhöhung betrifft die Kongressbranche. Hier werden Verträge oft Jahre im Voraus abgeschlossen, und die Preise werden langfristig festgelegt. Eine nachträgliche Erhöhung der Ortstaxe, so Veit, ist für viele Kongresshotels „ein enormes Risiko“, da Nachverhandlungen praktisch unmöglich sind. Zudem könnte es den Ruf Wiens als Kongressstandort massiv schädigen. „Wenn die Stadt Wien jetzt Geld nachfordern will, nachdem die Verträge bereits unterschrieben sind, könnte dies das Vertrauen langfristig erschüttern“, warnt Veit und fordert die Stadt auf, die Entscheidung zurückzuziehen.
Steigende Kosten für die Wiener Tourismuswirtschaft
Die Wirtschaftskammer Wien (WK Wien) spricht von einem „enormen“ finanziellen Druck auf die Hotels. Dominic Schmid, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, prognostiziert Mehrkosten von 69 Millionen Euro für die Wiener Tourismuswirtschaft. Diese Zusatzbelastung bleibe vollständig bei den Unternehmen hängen, da bestehende Verträge bereits mit festen Preisen und Ortstaxe abgeschlossen wurden. Besonders das Weihnachtsgeschäft und die Kongressbranche seien von dieser Entscheidung betroffen. „Diese Mehrkosten können nicht an die Gäste weitergegeben werden“, so Schmid.






