Eine aktuelle Umfrage von Lightspeed zeigt: Die Nachfrage nach hochwertigen, alkoholfreien Alternativen ist enorm. Doch sie offenbart auch eine kritische Schwachstelle im Angebot vieler Betriebe: die „teure Limonade“-Wahrnehmung bei Mocktails.
Das Potenzial ist riesig: Gäste sind offen für Alkoholfreies
Die von Appinio durchgeführte Umfrage unter 1.000 Personen liefert beeindruckende Zahlen:
- 61,1 % der Befragten halten es für wahrscheinlich, auch außerhalb des „Dry January“ alkoholfreie Alternativen in Bars oder Restaurants zu bestellen.
- 25,9 % trinken generell keinen Alkohol.
- Die Anlässe sind vielfältig: Neben dem Autofahren (46,2 %) werden alkoholfreie Drinks auch in geselliger Runde (33,9 %) und unter der Woche (30,9 %) bestellt.
Diese Daten belegen, dass „Sober Business“ – die strategische Entwicklung eines alkoholfreien Angebots – eine breite und wachsende Zielgruppe anspricht.
Die Herausforderung: „Meist nichts weiter als teure Limonade“
Trotz des hohen Potenzials stoßen Mocktails auf eine erhebliche Preissensibilität und Skepsis. Die Umfrage bringt das Kernproblem auf den Punkt:
- 54,9 % der Befragten stimmen der Aussage zu, Mocktails seien „meist nichts weiter als teure Limonade“.
- 35,3 % würden Mocktails häufiger bestellen, wenn sie günstiger wären.
Das zeigt: Gäste vergleichen den Preis von Mocktails nicht nur mit dem von Cocktails, sondern auch mit deutlich günstigeren Alternativen wie alkoholfreiem Bier (43,5 % bestellen dies) oder hausgemachten Limonaden (41,1 %). Mocktails (38,8 %) sind also nicht automatisch die erste Wahl.
Die Lösung: Sichtbare Wertigkeit statt generischer Fruchtsäfte
Die Umfrage liefert auch die Lösung. Das wichtigste Kriterium für Gäste ist Geschmack und Kreativität (84,2 %), fast gleichauf mit dem Preis (75,6 %). Die Schlussfolgerung für die Praxis ist eindeutig: Der wahrgenommene Wert eines Mocktails muss seinen Preis rechtfertigen.
Für die Gastronomie bedeutet das konkret:
- Erwachsene Aromen verwenden: Statt süßer Fruchtsäfte braucht es Komplexität. Säure (z.B. durch Verjus), Bitter-Noten, Kräuter, Tees, Botanicals oder fermentierte Komponenten schaffen ein anspruchsvolles Geschmacksprofil.
- Handwerk kommunizieren: Die Zubereitung muss als Handwerk erkennbar sein – vom Shaker über hochwertiges Eis bis zum eleganten Glas.
- Transparenz auf der Karte: Statt generischer Namen wie „Sommertraum“ sollten die Zutaten klar benannt werden („Oolong, Verjus, Grapefruit, Soda“). Dies kommuniziert Qualität, rechtfertigt den Preis und hilft dem Gast bei der Entscheidung. 16,6 % der Befragten wünschen sich explizit mehr Auswahl und bessere Beschreibungen.
Vom Pflichtangebot zum profitablen Umsatzblock
Die Lightspeed-Umfrage belegt: Ein durchdachtes, hochwertiges und kreativ kommuniziertes alkoholfreies Angebot ist kein Kostenfaktor, sondern ein profitabler Umsatztreiber und ein entscheidendes Differenzierungsmerkmal. Betriebe, die die „teure Limonade“-Falle vermeiden und stattdessen auf sichtbare Qualität und handwerkliche Kompetenz setzen, können eine wachsende und zahlungsbereite Zielgruppe nachhaltig an sich binden.







