Alkohol bleibt in Österreich fest im gesellschaftlichen Leben verankert. Sechs von zehn greifen mindestens einmal im Monat zum Glas, besonders Millennials trinken regelmäßig. Für viele ist Alkohol ein kleiner Genussmoment: „Ich gönne mir was“, sagen 54 Prozent der Befragten einer aktuellen Umfrage des Online Research Instituts Marketagent. Gleichzeitig wächst der Trend zu bewussterem Konsum. 83 Prozent haben in den vergangenen sechs Monaten bewusst auf Alkohol verzichtet, selbst wenn andere tranken, bei der Generation Z waren es sogar 91 Prozent.
Abstinenz gewinnt an Boden
Immer mehr Menschen verzichten gänzlich auf Alkohol. Rund jeder Fünfte trinkt nie Alkohol, bei Frauen ist es sogar jede Vierte. Dieser Anteil hat sich in wenigen Jahren fast verdoppelt, von 11 Prozent im Jahr 2022 auf 19 Prozent heute. Hauptgründe für den Verzicht sind gesundheitliche Bedenken, Unverträglichkeiten oder einfach der Geschmack. Die Mehrheit der Bevölkerung zeigt sich gegenüber Abstinenz gelassen, ein generelles Alkoholverbot würden 39 Prozent als schwierig oder schade empfinden. Auch im sozialen Umfeld stößt Alkoholverzicht meist auf neutrale Reaktionen, dennoch berichten vor allem junge Erwachsene von leichtem Gruppendruck.
Alkoholfreie Getränke haben ihr Nischendasein daher abgelegt. Zwei Drittel der Österreicher haben bereits alkoholfreies Bier oder Virgin-Cocktails probiert, bei der Generation Z ist die Experimentierfreude besonders hoch. Ein Drittel wünscht sich jedoch ein breiteres Angebot, bei den unter-30-jährigen fast jeder Zweite.
Zwischen Gönnen und Kontrolle
62 Prozent haben in den letzten sechs Monaten mehr getrunken als geplant, in der Generation Z waren es sogar 77 Prozent. Die Umfrage zeigt ein Spannungsfeld zwischen Genuss, Gruppendynamik und Selbstkontrolle. „Alkohol bleibt ein fixer Bestandteil vieler gesellschaftlicher Rituale und viele schätzen den kleinen Genussmoment, das berühmte ‚Gönn dir‘. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach Kontrolle und bewusstem Verzicht. Ein Balanceakt, der besonders bei jungen Menschen sichtbar wird“, erklärt Thomas Schwabl, Gründer von Marketagent.





