Die Wanderschuhe stehen bereit, die ersten Almhütten eröffnen die Sommersaison. Mit dem Almauftrieb beginnt in Österreich eine der wichtigsten Zeiten für den Tourismus. Gäste von nah und fern strömen in unser schönes Land. Und zwar aus genau dem Grund: weil es so schön ist. Mächtige Berge, idyllische Wanderwege, grasende Kühe, blühende Wiesen und klare Seen zählen zu den Hauptargumenten, warum jährlich Millionen ihren Urlaub hier verbringen.
Unsere Kulturlandschaft wird von Bäuerinnen und Bauern gepflegt. Landwirtschaft und Tourismus greifen ineinander – noch. Die Zahl der Bauernhöfe in Österreich sinkt. Würden sie keine Wiesen mehr mähen, Felder nicht mehr bewirtschaften, kein Weidevieh mehr auf die Alm treiben, dann würde sich Wald ausbreiten und die abwechslungsreiche Landschaft verschwinden. Vielerorts würde sich das idyllische Postkartenpanorama verändern. Müssen wir uns also bald vom Tourismus, wie wir ihn kennen, verabschieden?
Klar ist: Diese Verbindung zwischen Landwirtschaft und Tourismus kann nur bestehen bleiben, wenn die Produkte der Bäuerinnen und Bauern gekauft werden. Hier kommt die Gastronomie ins Spiel – schließlich gehören Hüttenschmankerl genauso dazu wie der Ausblick. Warum also nicht auf heimische Lebensmittel setzen? Denn jede Speisekarte ist auch ein Produktionsauftrag für die Lebensmittel von morgen. Das stärkt Bauernfamilien und sichert somit auch die eigene Zukunft. Einige Betriebe machen es bereits vor: Sie setzen bewusst auf Zutaten aus der Region, erzählen die Geschichten dahinter oder nennen Produzenten auf der Karte. Genau das bleibt Gästen in Erinnerung. Nicht die billigste Brettljause, sondern die ehrlichste.
Regionalität darf kein Bonus, sondern muss selbstverständlich sein. Wer Österreich vermarktet, muss es auch servieren. Dann können wir uns nicht nur als attraktives Urlaubs-, sondern auch als authentisches Kulinarik- Land positionieren. Die Hüttengastronomie hat die Chance, Genuss, Landschaft und Landwirtschaft zu verbinden. Damit die Almen nicht nur schön aussehen, sondern auch langfristig Zukunft haben.







