Alpenverein plant strengere Stornoregeln

Bis zu 40 Prozent der Reservierungen auf Alpenvereinshütten werden wieder storniert. Besonders kurzfristige Absagen, Mehrfachbuchungen und No-Shows machen den Hüttenwirten zu schaffen. Ab 2027 sollen verbindlichere Regeln für mehr Planungssicherheit sorgen.

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Die Nachfrage nach Übernachtungen auf Österreichs Alpenvereinshütten ist hoch. Gleichzeitig entwickelt sich das Reservierungsverhalten zunehmend zum Problem: Mittlerweile werden laut Österreichischem Alpenverein 30 bis 40 Prozent aller Buchungen wieder storniert. Im Jahr 2022 lag die Quote noch bei rund 15 Prozent.

Besonders schwierig sind kurzfristige Absagen. Häufig werden mehrere Hütten für denselben Zeitraum reserviert und erst kurz vor der Tour wird – abhängig von Wetter und Bedingungen – entschieden, welche Buchung tatsächlich genutzt wird. Für Hüttenwirte bedeutet das fehlende Planungssicherheit bei Personal, Einkauf und Versorgung.

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Konsumationsumsatz fehlt

Für die Betriebe wiegt dabei nicht nur die ausgefallene Nächtigung schwer. Gerade der entgangene Gastronomieumsatz ist für die Pächter ein entscheidender Faktor. Der Alpenverein weist darauf hin, dass die Nächtigungseinnahmen überwiegend an die hüttenbesitzenden Sektionen gehen, während die Hüttenwirte vor allem von der Konsumation der Gäste leben.

Auch No-Shows sind problematisch. Erscheinen Gäste ohne Absage nicht, bleibt im Zweifel zudem offen, ob lediglich die Reservierung vergessen wurde oder tatsächlich ein alpiner Notfall vorliegt.

Einheitlichere Regeln ab 2027

Derzeit gibt es keine zentrale Stornoregelung für alle Alpenvereinshütten. Die Bedingungen können je nach Hütte unterschiedlich ausfallen. Der Österreichische Alpenverein empfiehlt seinen Hüttenwirten derzeit, ab fünf Tagen vor dem gebuchten Aufenthalt eine Stornogebühr von zehn Euro pro Person und Nacht einzuheben.

Das soll sich ändern. Für 1. Jänner 2027 sind verbindlichere Stornoregelungen vorgesehen. Das neue System soll gemeinsam mit dem Deutschen Alpenverein und dem Alpenverein Südtirol entwickelt werden und insbesondere Mehrfachbuchungen sowie nicht abgesagte Reservierungen eindämmen.

Hütten bleiben stark gefragt

Dass strengere Regeln nicht aus mangelnder Nachfrage entstehen, zeigen die aktuellen Nächtigungszahlen. Im Juli 2026 lagen die Übernachtungen auf den Hütten des Österreichischen Alpenvereins durchschnittlich rund 20 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bereits 2025 wurde mit rund 384.000 Nächtigungen ein neuer Höchstwert erreicht. Insgesamt betreibt der Österreichische Alpenverein 223 Hütten mit rund 10.000 Schlafplätzen.

Für die Hüttenwirte geht es damit vor allem um Verlässlichkeit: Wer reserviert, soll den Schlafplatz auch nutzen – oder rechtzeitig absagen. Angesichts hoher Nachfrage und begrenzter Kapazitäten könnte ein verbindlicheres Stornosystem nicht nur den Betrieben helfen, sondern auch jenen Gästen, die tatsächlich einen Platz suchen.

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