Solaredge und Helioplant haben die Realisierung eines einzigartigen Photovoltaik-Kraftwerks mit 6,3 Megawatt Leistung im Skigebiet Sölden angekündigt. Die Anlage wird nicht nur drei Skigebiete mit Energie versorgen, sondern setzt auch technologisch neue Maßstäbe für die Energieerzeugung im hochalpinen Raum.
Innovative Technologie für extreme Bedingungen
Der Bau von Solaranlagen im Hochgebirge ist eine enorme Herausforderung, da herkömmliche Systeme mit den extremen Wetter- und Schneebedingungen oft überfordert sind. Das neue Kraftwerk in Sölden löst dieses Problem durch eine innovative Kombination zweier Technologien:
- Kreuzförmiges Montagesystem von Helioplant: Das österreichische Unternehmen hat eine patentierte, baumähnliche Struktur für bifaziale (doppelseitige) Solarmodule entwickelt. Dieses Design sorgt dafür, dass die Module schneefrei bleiben und nutzt zusätzlich den Albedo-Effekt (Lichtreflexion durch den Schnee auf die Modulrückseite), um den Ertrag zu maximieren.
- Leistungsoptimierer von Solaredge: Die kreuzförmige Anordnung führt zwangsläufig zu teilweisen Eigenverschattungen der Module. Die Technologie von Solaredge löst dieses Problem, indem sie die Leistung jedes einzelnen Moduls optimiert und so den Gesamtertrag des Kraftwerks maximiert.
Direkte Versorgungssicherheit für die Gastronomie und Hotellerie
Die Anlage, die aus rund 800 der Helioplant-Strukturen auf einer Höhe zwischen 2.850 und 3.000 Metern bestehen wird, soll im zweiten Halbjahr 2026 fertiggestellt werden. Sie wird rund ein Drittel des jährlichen Energiebedarfs (ca. 28 GWh) der drei Skigebiete decken.
Dies ist eine entscheidende Nachricht für die gesamte touristische Wertschöpfungskette vor Ort, denn der Strom wird nicht nur für Skilifte und Seilbahnen genutzt, sondern auch für die Gastronomie und die Schneeproduktion.
Ein strategisches Vorbild für die gesamte Branche
Für die Gastronomie und Hotellerie im alpinen Raum ist das Projekt in Sölden ein wegweisendes Beispiel mit mehrfacher strategischer Bedeutung:
- Kostenstabilität und Unabhängigkeit: Die Eigenproduktion von einem Drittel des Energiebedarfs reduziert die Abhängigkeit von volatilen Strompreisen und schafft eine höhere Planungssicherheit bei den Betriebskosten.
- Nachhaltigkeit als starkes Marketing-Argument: Ein Hotel oder Restaurant, das nachweislich mit lokal erzeugtem, grünem Strom aus einem hochalpinen Solarkraftwerk versorgt wird, hat eine einzigartige und authentische Nachhaltigkeits-Geschichte zu erzählen. Dies ist ein klarer Wettbewerbsvorteil bei einer zunehmend umweltbewussten Gästeschicht.
- Sicherung des Wintertourismus: Die zuverlässige Energieversorgung für die Schneeproduktion ist eine essenzielle Grundlage für die Sicherung der Wintersaison und damit für die Auslastung der Betriebe.







