Unter dem Motto „Mehr als satt“ lud die AMA-Marketing am 13. Jänner zum jährlichen AMA-Forum in die Seestadt Wien. Als größte Netzwerkveranstaltung der Land- und Lebensmittelwirtschaft in Österreich brachte das Event rund 1.000 Gäste aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette zusammen, um über eine zentrale Frage zu diskutieren: Was ist uns unser Essen wert? Für die Gastronomie, die am Ende dieser Kette steht, sind die Ergebnisse und Diskussionen von entscheidender Bedeutung.
Vom Preisspiel zum Wertspiel
Im Zentrum der Veranstaltung stand der Appell, den Blick auf Lebensmittel neu auszurichten – weg von einem reinen Preisspiel, hin zu einer echten Wertschätzung für Qualität, Herkunft und die Menschen hinter den Produkten. In einer Zeit, in der Lebensmittel ständig verfügbar sind, gerät ihr eigentlicher Wert oft aus dem Blick. Die Landwirtschaft befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Wandel, und die Sicherung der regionalen Produktion erfordert die gemeinsame Verantwortung aller Akteure, von der bäuerlichen Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zum Handel und der Gastronomie.
Qualität hat ihren Preis
Bundesminister Norbert Totschnig und Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger betonten die hohen Qualitäts-, Umwelt- und Tierwohlstandards der österreichischen Landwirtschaft. Um diese auch in Zukunft aufrechterhalten zu können, müsse die Wettbewerbsfähigkeit der bäuerlichen Familienbetriebe gesichert werden. Qualität gebe es nicht zum Nulltarif. Moosbrugger wies auf den Widerspruch zwischen immer höheren Auflagen und dem Ruf nach möglichst billigen Lebensmitteln hin und appellierte an die Mündigkeit der Konsumenten. Das AMA-Gütesiegel spiele dabei eine zentrale Rolle als verlässliches Zeichen für heimische Qualität.
Die Rolle der Gastronomie bei der Vermittlung von Wertigkeit
In der Podiumsdiskussion zum Thema „Wie steht es um unsere Qualitätskultur?“ wurde deutlich, welche Rolle die Gastronomie bei der Vermittlung von Wert und Vertrauen spielt. Vertreter aus Handel und Lebensmittelwirtschaft waren sich einig, dass die Herkunft und die Marke entscheidend für die Wahrnehmung von Qualität sind. Für Gastronomen ist dies eine Bestätigung: Die bewusste Entscheidung für regionale und zertifizierte Produkte, wie jene mit dem AMA-Gütesiegel, ist nicht nur ein Qualitätsversprechen an den Gast, sondern auch ein wichtiges Instrument, um die eigene Preisgestaltung zu rechtfertigen und sich im Wettbewerb zu differenzieren.
Die Marktforschung der AMA-Marketing zeigt, dass in Krisenzeiten die Bedeutung von regionaler Herkunft und geprüfter Qualität zunimmt. Gütesiegel dienen hier als wichtige Orientierungshilfe für die Kaufentscheidung der Konsumenten – eine Chance, die auch die Gastronomie für ihre Kommunikation nutzen kann.
Ausblick: Digitalisierung und eine starke Qualitätsgemeinschaft
Die AMA-Marketing setzt für die Zukunft auf Digitalisierung, um den Zugang zu Informationen zu erleichtern und die Transparenz des AMA-Qualitätssiegels weiter zu erhöhen. Geschäftsführerin Christina Mutenthaler-Sipek schloss die Veranstaltung mit einem Appell zur Vertiefung der Zusammenarbeit: „Qualität entsteht dort, wo Menschen gemeinsam an einem Ziel arbeiten – Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Konsumenten. Diese Qualitätsgemeinschaft ist das Fundament, auf dem unsere regionale Landwirtschaft und damit auch unsere regionale Ernährung steht.“
Für die Gastronomie und Hotellerie bedeutet dies, dass sie ein wichtiger und unverzichtbarer Teil dieser Qualitätsgemeinschaft ist. Durch die bewusste Auswahl und Kommunikation hochwertiger, regionaler Produkte tragen sie maßgeblich dazu bei, die Wertschätzung für Lebensmittel zu steigern und die Zukunft der heimischen Land- und Lebensmittelwirtschaft zu sichern.







