Ende Juli wurde der österreichischen Verteidigungsministerin Klaudia Tanner der Bierorden der Stadt Weitra verliehen – eine gute Gelegenheit, einmal über die Zusammenhänge von Brauwirtschaft und Landesverteidigung nachzuforschen. Weitra, eine kleine Garnisonsstadt, hat in Sachen Braugeschichte einiges zu bieten: Das Braurecht von 1321 räumte den Bürgern das Recht ein, Bier zu brauen und zu verkaufen.
So ein Privileg hatte durchaus Sinn: Wer durch die „Braugerechtigkeit“ ein sicheres Einkommen hatte, hatte auch etwas zu beschützen – und genügend Geld, zur Verteidigung der Stadt etwas beizutragen. Noch heute steht in Weitra ein Rest der alten Stadtmauer mitsamt einem prächtigen Stadttor in unmittelbarer Nachbarschaft der letzten in der Stadt verbliebenen Brauerei. Und der Gedanke, dass Einnahmen aus dem Bier der Landesverteidigung dienen sollen, besteht bis heute: Die rund 190 Millionen Euro, die die Biersteuer pro Jahr einbringt, entsprechen etwa dem, was die Ministerin im Rahmen der „Mission Vorwärts“ für Militärfahrzeuge aufwendet.








