Bio als strategischer Faktor für Versorgungssicherheit

ETÖ warnt vor Abhängigkeiten und fordert politische Maßnahmen

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Die jüngsten geopolitischen Krisen, insbesondere der Konflikt im Nahen Osten, setzen die Lebensmittelversorgung zunehmend unter Druck. Steigende Energie- und Transportkosten sowie explodierende Preise für Kunstdünger belasten vor allem die konventionelle Landwirtschaft. Andreas Achleitner, Obmann von Enkeltaugliches Österreich (ETÖ), macht deutlich: „Unser Ernährungssystem ist zu stark von fossiler Energie und globalen Lieferketten abhängig. Bio-Landwirtschaft bietet einen Weg, diese Abhängigkeiten zu reduzieren und die Versorgungssicherheit zu stärken.“

Bio-Landwirtschaft: Robuster gegen Krisen

Bio verzichtet auf energieintensive Kunstdünger und chemisch-synthetische Spritzmittel und ist weniger abhängig von Futtermittelimporten aus Übersee. Markus Leithner, strategischer Leiter von ETÖ, erklärt: „Biobäuerinnen und Biobauern setzen auf Fruchtfolgen, Humusaufbau und geschlossene Nährstoffkreisläufe. Diese nachhaltige Produktionsweise macht das System widerstandsfähiger gegen Preisschocks und Krisen.“

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Bio als Inflationsbremse im Supermarkt

In Krisenzeiten zeigt sich Bio als stabiler Preistreiber. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 stiegen die Preise für Bio-Lebensmittel mit 7,5 Prozent deutlich weniger als für konventionelle Produkte mit 11,5 Prozent (Quelle: RollAMA). Für Gastronomie und Handel bedeutet dies, dass Bio-Produkte nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft sind.

Bio stärken und Ziele umsetzen

ETÖ fordert von der Politik eine klare Anerkennung der Bio-Landwirtschaft als zentralen Baustein der Versorgungssicherheit. Dazu gehört die Umsetzung des „Aktionsplans Nachhaltige Beschaffung“ (NaBe), der vorsieht, dass mindestens 30 Prozent der Lebensmittel in öffentlichen Einrichtungen in Bio-Qualität eingekauft werden. Aktuell wird dieses Ziel jedoch meist verfehlt.

Auch beim Ausbau der Bio-Flächen gibt es Nachholbedarf: Bis 2030 sollen 35 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche biologisch bewirtschaftet werden, aktuell sind es 27 Prozent. Markus Leithner mahnt:

„Die Politik muss jetzt handeln. Für eine krisenfeste Lebensmittelversorgung führt kein Weg an einer stärkeren Bio-Landwirtschaft vorbei.“

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