Der Gender Pay Gap in Österreich beträgt aktuell 11,6 Prozent. Das bedeutet, dass Frauen rechnerisch 42 Kalendertage im Jahr unbezahlt arbeiten – der Equal Pay Day 2026 fällt daher auf den 11. Februar. Die Berechnung basiert auf den Median-Bruttojahreseinkommen 2024 der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten laut Statistik Austria.
Einkommensungerechtigkeit beginnt schon in der Ausbildung
Die Ungleichheit bei den Einkommen zieht sich durch alle Lebensphasen: Weibliche Lehrlinge verdienen im Schnitt 7,8 Prozent weniger als männliche Kollegen. Im aktiven Erwerbsleben beträgt die Lücke 11,6 Prozent und verschärft sich in der Pension auf rund 36 Prozent weniger Alterseinkommen für Frauen.
Regionale Unterschiede sind deutlich: Wien weist mit 4,2 Prozent die geringste Einkommenslücke auf, während Vorarlberg mit 20,1 Prozent den höchsten Gender Pay Gap hat.
Dringender Handlungsbedarf bei Beschäftigungsformen
Besonders gravierend sind die Unterschiede nach Beschäftigungsform: Arbeiterinnen (25,1 %), Angestellte (27,9 %), Vertragsbedienstete (6,1 %) und Beamtinnen (+4,8 %).
Der Equal Pay Day 2026 macht auf diese strukturelle Ungerechtigkeit aufmerksam und unterstreicht die Dringlichkeit politischer Maßnahmen. BPW Austria fordert die zügige Umsetzung der EU-Richtlinie zur Lohntransparenz, verbindliche Einkommensdaten und die konsequente Durchsetzung gleichen Lohns für gleichwertige Arbeit. Einkommensgerechtigkeit muss vom ersten Erwerbstag an gelten – unabhängig von Wohnort oder Lebensalter.









