Eine entscheidende Nachricht für investitionswillige Betriebe: Mit dem gestrigen Beschluss des ERP-Jahresprogramms für 2026 stellt die Bundesregierung erneut 500 Millionen Euro in Form von zinsgünstigen Krediten zur Verfügung. Für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft, die explizit zu den förderfähigen Sektoren zählt, eröffnet dies eine wichtige Chance, notwendige Investitionen in Modernisierung, Wachstum und Nachhaltigkeit zu tätigen.
Was macht die ERP-Kredite so attraktiv?
Die über die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) abgewickelten Kredite bieten Konditionen, die im aktuellen Zinsumfeld besonders attraktiv sind:
- Extrem niedrige Fixzinssätze: Die Zinsen wurden erneut gesenkt und betragen nun 2,0 Prozent (für Gründende sogar nur 1,875 Prozent) über die gesamte Laufzeit.
- Flexibilität: Die Kredite bieten flexibel gestaltbare Laufzeiten und tilgungsfreie Perioden, was die Liquidität der Betriebe schont.
- Erhöhte Kreditobergrenzen: Die Kreditobergrenze wurde von 30 auf 37,5 Millionen Euro angehoben, um auch größere Vorhaben zu ermöglichen.
Welche Projekte werden in der Gastronomie und Hotellerie gefördert?
Die Fördermittel zielen direkt auf die zentralen Herausforderungen der Branche ab. Gefördert werden unter anderem:
- Gründungen: Die Finanzierung neuer Hotel- oder Restaurantkonzepte.
- Modernisierung: Die Renovierung von Hotelzimmern, die Modernisierung von Küchentechnik oder die Neugestaltung von Gasträumen.
- Wachstum: Die Erweiterung bestehender Betriebe oder die Eröffnung neuer Standorte.
- Grüne Transformation: Investitionen in energieeffiziente Heizsysteme, Photovoltaik-Anlagen, Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen oder die Umstellung des Fuhrparks auf E-Mobilität.
- Digitalisierung: Die Einführung neuer Hotel-Management-Systeme (PMS), digitaler Bestell- und Kassensysteme oder die Entwicklung von Gäste-Apps.
Tourismus profitiert bereits stark
Dass die ERP-Kredite ein wichtiges und zugängliches Instrument für die Branche sind, zeigen die Zahlen aus dem Vorjahr 2025:
- 11,9 Prozent des gesamten Kreditvolumens (rund 55 Mio. Euro) gingen direkt an den Sektor Tourismus.
- 96,5 Prozent aller Zusagen entfielen auf Klein- und Mittelunternehmen (KMU), was die große Mehrheit der Gastronomie- und Hotelbetriebe einschließt.
Ein fiktives Rechenbeispiel aus dem Maschinenbau zeigt das enorme Sparpotenzial. Bei einem Kredit von 1,76 Mio. Euro spart ein Unternehmen im Vergleich zu einer reinen Bankfinanzierung rund 200.000 Euro an Finanzierungskosten über die gesamte Laufzeit.
Für die heimische Gastronomie und Hotellerie ist die Neuauflage des ERP-Programms eine goldene Gelegenheit, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und zukunftsweisende Projekte mit äußerst günstigen Konditionen zu finanzieren.







