Europäische Kommission präsentiert neue Strategie für nachhaltige und widerstandsfähige Tierhaltung

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Die Europäische Kommission hat eine umfassende Tierhaltungsstrategie verabschiedet, die den europäischen Viehzuchtsektor langfristig stärken und widerstandsfähiger machen soll. Ziel ist es, Landwirte bei wirtschaftlichen, ökologischen und marktbezogenen Herausforderungen zu unterstützen und gleichzeitig die Ernährungssicherheit Europas zu sichern sowie ländliche Gemeinschaften zu fördern.

Fünf zentrale Prioritäten

Die Strategie setzt auf fünf Kernbereiche:

  1. Krisenfestigkeit: Verbesserung der Vorsorge, Stärkung von Risikomanagement und Unterstützung bei Tierseuchen.
  2. Wettbewerbsfähigkeit: Förderung von Innovationen, Rentabilität und fairen Einkommen für Landwirte sowie Angleichung der Produktionsstandards im Einklang mit der Welthandelsorganisation.
  3. Nachhaltigkeit: Maßgeschneiderte Ansätze für unterschiedliche Tierhaltungsformen, Verbesserung des Tierschutzes und Entwicklung harmonisierter Methoden zur Emissionsberechnung.
  4. Regionale Eignung: Förderung nachhaltiger Tierhaltung in gefährdeten Regionen, Entwicklung mobiler Schlachthöfe und Stärkung lokaler Wertschöpfungsketten.
  5. Exzellenz: Sichtbarmachung und Förderung europäischer Qualitätsstandards durch Herkunftskennzeichnung, Absatzförderung und ökologische Produktionssysteme.

Protein-Aktionsplan als Teil der Strategie

Ein wichtiger Bestandteil ist der Protein-Aktionsplan, der die Unabhängigkeit Europas bei der Proteinversorgung stärken soll. Ziel ist es, den Anteil an in der EU angebauten Proteinen bis 2035 von 25 auf 35 Prozent zu erhöhen. Dies unterstützt die Ernährungssicherheit und fördert Innovationen sowie nachhaltige Wertschöpfung.

Bedeutung des Viehzuchtsektors

Der Viehzuchtsektor trägt etwa 40 Prozent zur landwirtschaftlichen Wertschöpfung in der EU bei, beschäftigt rund 7 Millionen Menschen und liefert hochwertiges Protein. Trotz hoher Umwelt- und Qualitätsstandards steht der Sektor vor Herausforderungen wie sinkender Rentabilität, steigenden Kosten, Tierseuchen und gesellschaftlichen Erwartungen an Tierschutz.

Statements von EU-Kommissaren

Raffaele Fitto, Exekutiv-Vizepräsident für Kohäsion und Reformen, betont die umfassende Unterstützung des Sektors in wirtschaftlicher, sozialer, ökologischer und territorialer Hinsicht. Olivér Várhelyi, Kommissar für Gesundheit und Tierwohl, hebt die Bedeutung von Prävention, Innovation und Vorsorge hervor, um Tiergesundheit und Tierschutz zu stärken. Christophe Hansen, Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung, sieht die Strategie als Weg, die Ernährungssicherheit zu erhöhen, ländliche Gemeinschaften zu erhalten und den Landwirten Rentabilität und Risikomanagement zu ermöglichen.

Ausblick

Die Strategie und der Protein-Aktionsplan sollen Europa helfen, ein stärkeres, nachhaltigeres und widerstandsfähigeres Agrar- und Lebensmittelsystem zu schaffen.

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