Die jüngsten Daten von Eurostat zeigen ein insgesamt positives Bild für den europäischen Tourismus. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 kamen rund 22 Millionen Nächtigungen hinzu.
Allerdings entwickelt sich der Markt keineswegs überall gleich. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Irland mit 14,6 Prozent, Malta mit 9,9 Prozent und die Slowakei mit 5,9 Prozent. In neun EU-Ländern gingen die Nächtigungen hingegen zurück.
Auslandsgäste sorgen für Wachstum
Für die österreichische Tourismuswirtschaft besonders interessant ist die Entwicklung der internationalen Nachfrage. 48,9 Prozent aller Nächtigungen in der EU entfielen im ersten Halbjahr bereits auf Gäste aus dem Ausland.
Noch deutlicher wird die Entwicklung beim Vergleich der Wachstumsraten. Die Nächtigungen internationaler Gäste stiegen um 2,5 Prozent auf 645,4 Millionen. Bei den Gästen aus dem jeweiligen Inland betrug das Plus lediglich 0,9 Prozent.
Der internationale Tourismus wuchs damit beinahe dreimal so stark wie die Inlandsnachfrage.
Wettbewerb um internationale Gäste
Die Zahlen unterstreichen, wie wichtig internationale Herkunftsmärkte für die weitere touristische Entwicklung werden. Gleichzeitig steigt damit der Wettbewerb zwischen den europäischen Destinationen.
In absoluten Zahlen kamen die größten zusätzlichen Nächtigungsvolumen im ersten Halbjahr aus Italien, Spanien und Frankreich. Italien legte um 6,7 Millionen Nächtigungen zu, Spanien um 3,4 Millionen und Frankreich um 2,6 Millionen.
Für Österreich bedeutet diese Entwicklung, dass eine gute Nächtigungsbilanz allein noch wenig über die Position im europäischen Wettbewerb aussagt. Entscheidend wird zunehmend, welche Destinationen internationale Gäste gewinnen und langfristig binden können.
Österreich muss sich international behaupten
Für Hotellerie, Gastronomie und Destinationen rücken damit internationale Märkte weiter in den Fokus. Herkunftsmärkte, Erreichbarkeit, Preis-Leistungs-Verhältnis und ein klar positioniertes touristisches Angebot gewinnen an Bedeutung.
Das europäische Tourismuswachstum bietet Chancen. Es zeigt aber ebenso, dass Österreich nicht nur mit seinen eigenen Vorjahreswerten konkurriert. Der Maßstab sind zunehmend jene Destinationen, denen es gelingt, überdurchschnittlich stark vom wachsenden internationalen Reiseverkehr zu profitieren.
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