Farm is Table verbindet Acker und Teller

TitelbildGaumen Hoch
Text:KI
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Mit „Farm is Table“ wurde in Österreich erstmals ein außergewöhnliches Dinnerformat umgesetzt, das Landwirtschaft, Gastronomie und Nachhaltigkeit unmittelbar miteinander verbindet. Von 11. bis 13. August lud der Biohof Achleitner in Pupping gemeinsam mit Gaumen Hoch zu drei Tagen kulinarischer Erlebnisse mitten auf dem Acker. Die beiden öffentlich buchbaren Dinner waren ausverkauft.

Im Mittelpunkt stand eine lange Tafel, die direkt in den Boden gearbeitet wurde. Umgeben von Feldern und Pflanzen nahmen die Gäste dort Platz, wo die Grundlage für die servierten Lebensmittel entsteht.

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Genuss als Botschaft für den Klimaschutz

„Über uns wachsen die Probleme. Unter uns wächst die Lösung“, lautete die zentrale Botschaft von Biohof Achleitner. Im Fokus stand der Boden als Grundlage für Landwirtschaft und Ernährung. Ein humusreicher, lebendiger Boden kann Wasser aufnehmen und speichern, Pflanzen mit Nährstoffen versorgen und Kohlenstoff binden.

Gerade angesichts des trockenen Jahres 2026 gewinnt das Thema an Bedeutung. Nach Angaben der Veranstalter fielen im ersten Halbjahr in Österreich rund 27 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt. In einzelnen Regionen waren die Defizite noch deutlich höher.

Mit „Farm is Table“ sollte gezeigt werden, dass Klimaschutz nicht zwangsläufig mit Verzicht verbunden sein muss. Vielfalt, saisonale Lebensmittel und eine biologische Landwirtschaft können vielmehr Grundlage für Genuss und gleichzeitig für ein widerstandsfähigeres Ernährungssystem sein.

Drei Köche, drei Zugänge

An den drei Tagen standen unterschiedliche kulinarische Handschriften im Mittelpunkt. Den Auftakt gestaltete Theresia Palmetzhofer vom Restaurant Zur Palme. Ihre Küche orientiert sich konsequent an Saison, Region und dem tatsächlichen Angebot der Landwirtschaft.

Am zweiten Tag übernahm Klemens Gold von RAU nature based cuisine. Bei einem Stakeholder Dinner kamen Vertreter aus Landwirtschaft, Gastronomie, Lebensmittelwirtschaft und Wissenschaft zusammen. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen zur Zusammenarbeit entlang der Lebensmittelkette und zur Zukunft der Landwirtschaft.

Der Abend erhielt durch eine partielle Sonnenfinsternis zusätzlich eine besondere Atmosphäre. Über dem Eferdinger Becken veränderte sich das Licht über dem Acker, während sich die Gespräche um Natur, Böden und Ernährung drehten.

Zum Abschluss lud Karl Wrenkh zu einem gemeinsamen Kochkurs. Gemeinsam mit den Gästen wurden die Lebensmittel vorbereitet, die später beim Dinner serviert wurden. Gemüse und pflanzliche Produkte bildeten dabei den Ausgangspunkt einer modernen und bewusst undogmatischen Küche.

Vom Feld bis zur Tafel

Bei „Farm is Table“ wurde großer Wert auf eine möglichst vollständige Verarbeitung der Lebensmittel gelegt. Nach dem Prinzip „Leaf to Root“ fanden neben den klassischen Pflanzenteilen auch Blätter, Stängel und weitere Bestandteile Verwendung.

Die Idee des Formats stammt ursprünglich aus New York. Der Architekt und Künstler Allan Wexler entwickelte bereits in den 1980er Jahren die Idee einer bodennahen Tafel. Später wurde das Konzept auf einer Farm im US Bundesstaat New York umgesetzt.

Biohof Achleitner und Gaumen Hoch brachten das Format nun erstmals nach Österreich. Dabei sollte nicht allein ein außergewöhnliches Dinner entstehen, sondern ein unmittelbares Erlebnis für die Bedeutung gesunder Böden.

Landwirtschaft und Gastronomie im Dialog

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Austausch zwischen Landwirtschaft und Gastronomie. Landwirtschaftliche Betriebe schaffen mit der Pflege ihrer Böden die Grundlage für hochwertige Lebensmittel. Die Gastronomie macht daraus Gerichte und vermittelt ihren Gästen die Vielfalt regionaler Produkte.

„Farm is Table“ wollte diesen Zusammenhang sichtbar machen und zugleich zeigen, wie wichtig verlässliche Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette sind. Regionale biologische Lebensmittel können dabei sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Gastronomie neue Chancen schaffen.

Der Biohof Achleitner bewirtschaftet seit 1990 rund 80 Hektar im Eferdinger Becken biologisch. Rund 40 Kulturen werden dort angebaut. Fruchtfolge, Gründüngung und eigener Kompost spielen eine wichtige Rolle beim Aufbau von Humus und bei der langfristigen Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit.

Mit „Farm is Table“ wurde damit ein Format nach Österreich gebracht, das Kulinarik mit einer klaren Botschaft verbindet: Was auf dem Teller landet, beginnt lange vor dem Restaurantbesuch. Nämlich im Boden.

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