Insolvenzen: Gastro und Hotellerie bleiben unter Druck

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Während die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Österreich insgesamt nahezu stagniert, entwickelt sich die Lage in Gastronomie und Beherbergung deutlich ungünstiger. Laut aktueller Hochrechnung des KSV1870 stieg die Zahl der Insolvenzen in der Branche in den ersten drei Quartalen 2026 um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit zählt der Sektor weiterhin zu den drei größten Insolvenztreibern Österreichs.

Österreichweit mussten von Jänner bis September 5.139 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das entspricht lediglich einem Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und durchschnittlich 19 Firmenpleiten pro Tag. Die Gastronomie und Beherbergung entwickeln sich damit deutlich schlechter als der Gesamtmarkt.

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Eröffnete Verfahren steigen zweistellig

Besonders auffällig ist, dass sich der Anstieg in der Branche sowohl bei eröffneten als auch bei mangels Masse abgewiesenen Verfahren zeigt. Die Zahl der eröffneten Insolvenzverfahren nahm um 11 Prozent zu, bei den nicht eröffneten Fällen lag das Plus bei 8 Prozent.

Bereits im ersten Halbjahr hatte der KSV1870 für Gastronomie und Beherbergung 451 Unternehmensinsolvenzen ausgewiesen. Damals lag das Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei 10,8 Prozent. Die jüngste Hochrechnung zeigt damit, dass sich die Situation auch über den Sommer nicht wesentlich entspannt hat.

Kosten, Personal und geringe Margen

Die Ursachen sind seit längerem bekannt. Hohe Energie-, Lebensmittel- und Personalkosten treffen auf geringe Gewinnmargen und starken Wettbewerb. Dazu kommt eine schwache gesamtwirtschaftliche Lage, die sich auf das Konsumverhalten auswirkt.

Schon zur Halbjahresbilanz verwies der KSV1870 außerdem auf den Personalmangel. Fehlende Mitarbeiter führen in vielen Betrieben zu verkürzten Öffnungszeiten. Die notwendigen Umsätze müssen damit in weniger Betriebsstunden erwirtschaftet werden.

Gerade diese betriebswirtschaftliche Notwendigkeit beschäftigt die Branche zunehmend. Auch in der aktuellen GASTRO-Ausgabe wird thematisiert, dass Betriebe Öffnungstage und -zeiten stärker danach ausrichten müssen, welche Zeiten tatsächlich profitabel sind.

Branche bleibt Insolvenztreiber

Neben Handel und Bau zählt Gastronomie und Beherbergung weiterhin zu den insolvenzstärksten Wirtschaftsbereichen Österreichs. KSV1870-Insolvenzexperte Ricardo-José Vybiral Götze sieht bislang keine nachhaltige Beruhigung der Situation.

Für Gastronomie- und Hotelbetriebe bleibt damit vor allem eines entscheidend: Kostenstrukturen, Öffnungszeiten, Personaleinsatz und Angebot müssen stärker denn je laufend auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft werden.

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