Traditionelles ist gefragt, Omas gute alte Hausmannskost boomt, und zwar in neuem Gewand: leichter, bekömmlicher, fettärmer. Ganz dem Gesundheitstrend entsprechend. Heimat steht dabei hoch im Kurs, sprich regionale Produkte, deren Herkunft im besten Fall nachvollziehbar sind. Fertigprodukte spielen dabei zwar auch eine Rolle, aber nur in Teilbereichen. Gastronomiebetriebe bereiten die Hauptspeise frisch zu, helfen sich aber bei den Beilagen mit Convenience – das Gleiche gilt für Bestellungen der heimischen Haushalte. Das Dilemma zeigt sich im Preis: Qualität ja, Nachhaltigkeit auch, aber ein höherer Preis dafür stößt auf wenig Gegenliebe. Großhändler wie Gastronomen befinden sich damit in einer klassischen Zwickmühle, denn das, was der Gast gerne hätte, und was er bereit ist, dafür zu zahlen, ist divergent.
International, aber trotzdem regional
Stark zu beobachten ist die Entwicklung von ursprünglich ausländischen Produkten, die langsam heimisch werden. Alpen-Sushi ist so ein Beispiel, bei dem heimische Fischarten verwendet werden. Oder auch Alpenkaviar, der aus den Kalkalpen stammt. Das gleiche gilt für Melonen und Kiwis, die ebenfalls bereits den heimischen Boden besiedeln.
Der Hype um heimische Produkte hat einerseits mit der – stark propagierten, aber auch tatsächlich vorhandenen – Qualität zu tun, aber auch mit dem Wunsch für den „Geschmack der Region“. Damit werden regionale USPs erzeugt, die sich als Unterscheidungs- und Alleinstellungsmerkmal gut vermarkten lassen. Das Argument, dass heimische Lebensmittel aufgrund der kurzen Lieferwege und damit weniger Energieverbrauch eigentlich auch günstiger sein müssten, lässt sich leider nicht bestätigen. Zu verlockend ist offenbar die Möglichkeit, mit „regional“ ein gutes Geschäft zu machen und wenn dann noch „Raritäten“ dabei steht, gibt’s offenbar keine Preisgrenze nach oben.
Selbst ist der Kochfreak
Wie wir wissen, wurden seit Corona die eigenen Öfen angeheizt und wieder verstärkt zu Hause gekocht. Dieser Trend ist, nach einer Phase des Außer-Haus-Essens, wieder zurück, und hat vielfach monetäre Gründe. Das Gasthaus ist deutlich teurer geworden, das Einkommen aber nicht adäquat gestiegen. Lieferservices boomen und ersetzen zum Teil die Gastronomie.
Auf Seite 2: Herausforderung für die Gastronomie












