Das Ende der klassischen „Trink 3, zahl 2“-Ära, der schwindende Fokus auf Happy Hours für Stammtische sowie die konsequente 1:1-Preisweitergabe signalisieren: Das traditionelle Geschäftsmodell der Gastronomie steht an einem entscheidenden Scheideweg.
Angesichts explodierender Kosten für Personal, Energie und Ware stehen Gastronomen unter massivem Handlungsdruck. Doch die rein mathematische Weitergabe dieser Mehrkosten an den Gast ist ein riskantes Manöver: Sie gefährdet die Gästetreue und provoziert Misstrauen. Sobald der Eindruck entsteht, Preiserhöhungen dienten lediglich der Gewinnmaximierung, beginnt ein aktiver Preisvergleich, der oft in der Abwanderung zur Konkurrenz endet.
Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist eine differenzierte Preisstrategie unverzichtbar. Beliebte Klassiker wie Schnitzel oder Pasta sollten weitgehend stabil bleiben, um Fairness und Kontinuität zu signalisieren. Besonders sensibel reagieren Gäste beim sogenannten „Bier-Faktor“. Da der Kastenpreis im Handel bekannt ist, führen radikale Sprünge hier sofort zu Unmut. Klüger ist es, Margenverluste über exklusive Longdrinks oder hausgemachte Limonaden aufzufangen, bei denen die Vergleichbarkeit fehlt.
Anpassungen müssen schließlich transparent kommuniziert und durch spürbare Mehrwerte, wie exzellenten Service oder gesteigerte Produktqualität, gerechtfertigt werden.
Eine blinde Preisweitergabe schadet dem Betrieb langfristig. Nur wer strategisch und kundenorientiert kalkuliert, sichert sich wirtschaftlichen Erfolg und stabile Gästezahlen.

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