Rund 100 Expertinnen und Experten diskutierten beim GV-Symposium 2026 von BIO AUSTRIA den Weg zu einer zukunftsfähigen Gemeinschaftsverpflegung in Österreich. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Gemeinschaftsverpflegung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und dabei Gesundheit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in Einklang bringen kann.
Politischer Anspruch und gelebte Praxis
Der Aktionsplan „Nachhaltige Beschaffung“ sieht 55 Prozent Bio-Anteil in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung bis 2030 vor. Auch die seit 2024 gültigen österreichischen Ernährungsempfehlungen geben eine eindeutige Richtung vor: mehr pflanzliche Kost, weniger tierische Produkte. Barbara Riegler, Obfrau von BIO AUSTRIA, betonte, dass Gemeinschaftsverpflegung Vorbildwirkung hat und Qualität, Nachhaltigkeit und ein vertretbares Budget einander nicht ausschließen.
Bio als Signal an die Landwirtschaft
Für BIO AUSTRIA ist die Nachfrage aus Großküchen von strategischer Bedeutung für heimische Bio-Betriebe. Riegler hob hervor, dass eine Umstellung auf Bio ein verlässliches Signal an die Landwirtschaft ist, das Produkt zu wollen und einen fairen Preis zu zahlen. Andrea Vaz-König, Obfrau vom Verein Zukunft Essen, unterstrich die gesellschaftliche Dimension der Gemeinschaftsverpflegung: „Dort, wo täglich Millionen Mahlzeiten ausgegeben werden, entsteht auch Bewusstsein dafür, wie Ernährung unsere Gesundheit, unsere Landwirtschaft und unsere Umwelt beeinflusst.“
Wissenschaft, Praxis und Politik im Dialog
Das Programm umfasste wissenschaftliche Impulse, Praxisbeispiele und interaktive Workshops. Thomas Lindenthal von der Universität für Bodenkultur und dem FiBL beleuchtete die ökologischen und sozioökonomischen Vorteile nachhaltiger Ernährungssysteme. Eine Podiumsdiskussion erörterte, was Österreich braucht, um den Wandel in der Gemeinschaftsverpflegung strukturell zu verankern. Vier Workshops boten Küchenpraktikern und Entscheidungsträgern die Möglichkeit, konkrete Werkzeuge und Strategien zu erarbeiten.
BIO AUSTRIA als Partner für den Wandel
BIO AUSTRIA begleitet Großküchen aktiv auf dem Weg zur Umstellung, bei der Lieferantensuche, Sortimentsgestaltung und Kommunikation. Riegler betonte: „Wir verstehen uns als Brücke zwischen Landwirtschaft und Gemeinschaftsverpflegung, zwischen politischem Ziel und gelebter Praxis.“







