Genusskultur ... was kommt als Nächstes?
Wer schon vor Jahren im gehobenen Tourismus, in der Hotellerie und in der Gastronomie beschäftigt war oder eine Tourismus- bzw. Hotelfachschule besuchte, war Teil einer „Genusskultur“, die weitaus vielfältiger war als heute üblich. Unabhängig des gesundheitlichen Aspekts, der bei einem „Zuviel von Allem“ in Betracht gezogen werden sollte: Selbst als überzeugter Nichtraucher habe ich es durchaus genossen, insbesondere in gehobenen Kaffeehäusern und in edlen Lokalen eine „Melange“ aus verschiedensten Düften beim Schreiten durch das Lokal wahrzunehmen. Besonders stachen mir dabei elegante Damen und Herren ins Auge, die gemütlich Pfeife, Zigarre, Zigarillos oder Zigarette rauchten und dazu an einem edlen Brandy, Sherry oder Cognac nippten.
Auch in der Hotelfachschule wurde vom Fachlehrer alles gelehrt, was mit diesen Produkten zu tun hat: wie die verschiedenen Produkte erzeugt werden, welche Tabakblätter für welche Zigarren Verwendung finden und wie man hochwertige Ware erkennt. Dies wurde in allen Einzelheiten vermittelt und die Studentinnen und Studenten diesbezüglich abgeprüft. Flambieren, Tranchieren und Dekantieren? Begriffe für Attraktionen, die direkt am Tisch des Gastes – wohl aus Gründen der Personal- und Personalnebenkosten – kaum mehr vorkommen und aus heutiger Sicht nicht mehr erschwinglich wären. Was bedeutet das für die Gastronomie? Seither hat sich der Lehrplan stark verändert, und man fragt sich, welcher Ersatz dafür in der sogenannten „Genusskultur“ in Wahrung der Selbstbestimmtheit des Gastes eventuell noch kommen könnte.

Vorstandsmitglied F&B Manager Club AUSTRIA
www.f-b-manager.com








