Gesunde pflanzenbasierte Ernährung senkt Risiko für Multimorbidität

Multimorbidität im Fokus: Bedeutung und Herausforderung

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Multimorbidität, das gleichzeitige Auftreten von zwei oder mehr chronischen Erkrankungen, betrifft vor allem ältere Erwachsene. Die Frage, ob pflanzenbasierte Ernährungsweisen das Risiko verringern können, nach einer ersten Krankheit weitere Erkrankungen zu entwickeln, war bisher unklar. Die vorliegende Studie liefert nun wichtige Erkenntnisse zur Prävention von Krebs und kardiometabolischen Erkrankungen durch Ernährung.

Studiendesign und Teilnehmerstruktur

Die Analyse basiert auf Daten von 407.618 Teilnehmenden aus zwei großen Kohorten: EPIC mit 226.324 Personen und UK Biobank mit 181.294 Personen. Das Alter der Teilnehmenden bei Studienbeginn lag zwischen 35 und 70 Jahren, mit einer Beobachtungsdauer von etwa 11 Jahren. Im Fokus standen Krebs aller Typen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Typ-2-Diabetes. Zur Bewertung der Ernährungsqualität wurden zwei Indizes verwendet: der healthy plant-based diet index (hPDI), der eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen abbildet, sowie der unhealthy plant-based diet index (uPDI), der eine Ernährung mit hohem Anteil an Weißmehl, Zucker und verarbeitetem pflanzlichem Essen beschreibt.

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Zentrale Ergebnisse der Analyse

Insgesamt wurden 6.604 Fälle von Krebs–kardiometabolischer Multimorbidität dokumentiert. Eine gesunde pflanzenbasierte Ernährung (hPDI) senkte das Risiko für Multimorbidität deutlich: In der EPIC-Studie betrug die Hazard Ratio (HR) pro 10 Punkte mehr auf der hPDI-Skala 0,89 (95% Konfidenzintervall 0,83–0,96), in der UK Biobank sogar 0,81 (0,76–0,86). Der schützende Effekt war bei Teilnehmenden unter 60 Jahren stärker ausgeprägt als bei älteren Personen. Im Gegensatz dazu zeigte die ungesunde pflanzenbasierte Ernährung (uPDI) in der UK Biobank ein erhöhtes Risiko (HR 1,22 pro 10 Punkte), während in EPIC kein klarer Zusammenhang erkennbar war. Zudem reduzierte der hPDI das Risiko für die erste Diagnose von Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.

Interpretation und Empfehlungen für die Praxis

Die Studie zeigt eindeutig, dass eine gesunde pflanzenbasierte Ernährung das Risiko, mehrere schwere chronische Krankheiten gleichzeitig zu entwickeln, verringert. Ungesunde pflanzenbasierte Ernährungsweisen, die viel Zucker, Weißmehl und Softdrinks enthalten, können das Risiko erhöhen – zumindest in den UK-Daten. Besonders das mittlere Erwachsenenalter profitiert von einer solchen Ernährungsweise, doch auch ältere Erwachsene zeigen noch Vorteile. Die klare Empfehlung lautet daher: Eine Ernährung mit viel gesundem pflanzlichem Essen wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorn und Nüssen sowie geringen Mengen tierischer Produkte kann helfen, Krebs- und Herzstoffwechsel-Multimorbidität zu verhindern oder hinauszuzögern.

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