Samstag - 14.02.2026
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Grand Hotel Wien: Eigentümer MBI kündigt umfassenden Rechtsstreit gegen Verkauf an

Der kürzlich gerichtlich genehmigte Verkauf des Grand Hotel Wien wird zu einem juristischen Nachspiel. Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber (MBI), Eigentümer des Hotels seit über 20 Jahren, hat angekündigt, mit allen verfügbaren Rechtsmitteln gegen die Entscheidung vorzugehen. Er bezeichnet den Verkauf als wirtschaftlich schädlich, rechtlich mangelhaft und abträglich für den Ruf Wiens als Tourismusstandort.

Starker Hotelbetrieb vs. Refinanzierungsproblem der Holding

Im Kern der Argumentation steht die Diskrepanz zwischen dem operativen Geschäft und der Finanzlage der Holdinggesellschaft. Während die Holding EWH AG 2025 in Refinanzierungsschwierigkeiten geriet, lief der Hotelbetrieb selbst stark, mit hoher Auslastung und stabilem Cashflow. „Genau deshalb ist es so schwer nachvollziehbar, warum den Beteiligten nicht mehr Zeit für eine Refinanzierung eingeräumt wurde“, so Al Jaber. Er betont, dass es keine wirtschaftliche Notwendigkeit für einen kurzfristigen Notverkauf gegeben habe. Sein eigenes Sanierungskonzept hätte eine 100-Prozent-Quote für die Gläubiger ermöglicht.

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Massive Kritik an Bewertung und Verkaufsprozess

Ein zentraler Kritikpunkt ist die Bewertungsgrundlage, die dem Verkauf zugrunde liegt. Laut Al Jaber konzentrierte sich diese im Wesentlichen auf den reinen Immobilienwert und blendete den Wert des Grand Hotels als laufenden Betrieb – einschließlich Inventar, Markenrechten und Buchungen – komplett aus. Zudem sei das Gutachten nicht von einem auf Hotelbewertungen spezialisierten Experten erstellt worden. Unabhängige Bewertungen würden auf einen erheblich höheren Marktwert hindeuten.

Darüber hinaus äußert Al Jaber erhebliche Bedenken am Ablauf des Verkaufsprozesses. Das Verfahren sei mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit vorangetrieben worden, insbesondere während der Ferienzeiten im Sommer und zu Weihnachten. „Dieses Muster zeigt einen Fokus auf rasches Closing statt auf Werterhalt“, kritisiert Al Jaber. Er verweist auf fortgeschrittene Gespräche über ein Finanzierungspaket von rund 220 Mio. Euro, das alle Verbindlichkeiten abgedeckt und Mittel für eine umfassende Renovierung bereitgestellt hätte.

Sorge um das 5-Sterne-Erbe und den Standort Wien

Über die wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte hinaus warnt Al Jaber vor den Folgen für den Wiener Luxustourismus: „Das Grand Hotel Wien ist Wiens ältestes Fünf-Sterne-Hotel und ein Symbol österreichischer Gastlichkeit. Es ist höchst besorgniserregend, dass dieses Wahrzeichen künftig von einer spanischen 3-4-Sterne-Hotelgruppe geführt werden soll.“ Dies berge das Risiko, dass die 5-Sterne-Positionierung und das Erbe des Hauses Schaden nehmen.

Nächste Schritte: Umfassende rechtliche Überprüfung

MBI kündigte an, alle in Österreich verfügbaren Rechtsmittel auszuschöpfen. Sollte dies nicht zum Erfolg führen, sei man bereit, den Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu bringen. Dieser Fall wirft grundlegende Fragen zur Bewertung von Hotelimmobilien in Insolvenzverfahren auf und wird von der gesamten Branche mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

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