Das Grillen hat sich in Österreichs Gastronomie vom klassischen Sommergeschäft zur eigenständigen kulinarischen Bühne entwickelt. Gäste erwarten heute weit mehr als Würstel und Kotelett: Gefragt sind hochwertige Produkte, besondere Fleischzuschnitte, kreative Burger und sichtbares Handwerk am Grill. Der Duft von Rauch, intensive Röstaromen und die Zubereitung über offener Glut schaffen ein Erlebnis, das kaum eine andere Küchenform bieten kann. Gerade in Gastgärten, bei Outdoor-Events oder offenen Grillstationen verbindet das Grillen Genuss, Atmosphäre und Inszenierung.
Gute Cuts
Der Erfolg beginnt beim Produkt. Neben klassischen Rindersteaks haben sich alternative Cuts längst etabliert. Flank Steak, Skirt Steak, Flat Iron oder Tri-Tip überzeugen mit intensivem Geschmack und ermöglichen gleichzeitig eine wirtschaftlich interessante Kalkulation. Entscheidend sind Reifung, Schnittführung und die richtige Kombination aus direkter und indirekter Hitze.
Doch nicht nur Rind sorgt für Vielfalt am Rost. Immer häufiger finden sich Schweinecuts wie Secreto, Presa oder Kachelfleisch auf modernen Grillkarten. Auch Lammkarree, Dry-Aged-Koteletts vom Kalb, ausgelöste Hühnerkeulen oder Wildgerichte wie Reh und Wildschwein gewinnen an Bedeutung. Gerade Smoker-Konzepte und langsam gegarte Spezialitäten sorgen bei Gästen für Aufmerksamkeit.
Burger im Wandel
Parallel dazu entwickelt sich der Burger weiter vom Fast-Food-Klassiker zum hochwertigen Gastro-Gericht. Statt standardisierter Patties stehen heute Dry-Aged-Beef, Smash Burger, regionales Wagyu oder handgewolfte Mischungen aus verschiedenen Fleischteilen im Mittelpunkt. Viele Küchenchefs setzen bewusst auf eigene Rezepturen mit speziellen Fettanteilen, um Saftigkeit und Röstaromen zu optimieren.
Auch die Buns werden individueller: Brioche, Potato Buns oder Sauerteig-Burgerweckerl bringen zusätzliche Charakteristik auf den Teller. Ergänzt wird das Ganze durch hausgemachte Saucen, fermentiertes Gemüse, karamellisierte Zwiebeln oder regionalen Käse.
Immer stärker gefragt sind zudem Chicken- Burger mit knusprigen Keulenfilets sowie Pulled- Pork- oder Pulled-Beef-Varianten aus dem Smoker. Gerade kleinere Burger oder Slider eignen sich hervorragend für Sharing-Konzepte, Streetfood-Events oder Bierbegleitungen.
Mehr als Fleisch
Grillen ist heute längst keine reine Fleisch- Angelegenheit mehr. Vegetarische und vegane Gerichte haben sich zur eigenständigen Kategorie entwickelt. Gegrillter Karfiol, Spitzkraut, Melanzani, Austernpilze oder Selleriesteaks sorgen mit kräftigen Röstaromen für spannende Alternativen.
Parallel dazu wächst der Markt für hochwertige Fleischersatzprodukte. Pflanzliche Burger- Patties oder vegane Bratwürste sprechen zusätzliche Zielgruppen an – vom Flexitarier bis zum veganen Gast. Viele Betriebe setzen dabei bewusst auf getrennte Grillzonen, um Qualität und Geschmack sauber zu halten.
Auch sogenannte Hybrid-Konzepte gewinnen an Bedeutung: kleinere Fleischportionen kombiniert mit Gemüse, Dips oder pflanzliche Komponenten entsprechen dem Wunsch vieler Gäste nach bewussterem Genuss.
Erlebnis am Rost
Grillen verkauft Atmosphäre. Offene Feuerstellen, Smoker oder Showgrills schaffen Aufmerksamkeit und machen die Zubereitung zum Erlebnis. Gäste sehen hochwertige Produkte direkt auf der Glut, erleben das Handwerk live und verbinden damit Qualität und Frische. Diese Kombination aus Geschmack, Produktqualität und Inszenierung macht moderne Grillkonzepte für die Gastronomie so erfolgreich.







