Der österreichische Großhandel hat 2025 erneut bewiesen, dass er auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stabil bleibt. Steigende Energie- und Rohstoffpreise, Preisdruck und zurückhaltende Konsumenten prägten das Jahr. Trotzdem konnten sich etablierte Anbieter durch Verlässlichkeit, flexible Zustellservices und ein breites Sortiment behaupten. Besonders die Zustellung und individuelle Betreuung wurden für Gastronomen und Hoteliers zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal. Anbieter wie Transgourmet, KASTNER, Eurogast und Metro haben ihre Servicekapazitäten ausgebaut, um den Bedarf der HoReCa-Branche effizient zu bedienen.
Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung
Viele Unternehmen nutzten das Jahr, um ihre Standorte zu modernisieren und Logistikprozesse zu optimieren. KASTNER eröffnete den erneuerten Standort Wien Nord, der neben modernen Abholmärkten auch eine Kochwerkstatt und Schauraumflächen bietet. Metro setzte konsequent auf die Umgestaltung seiner Großmärkte zu Multichannel-Fulfillment- Centern, mit modernisierten Frischbereichen für Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse. Digitale Lösungen wie Bestellprognosen, Infoterminals, Online-Plattformen und KI-gestützte Systeme wurden flächendeckend eingeführt, um Abläufe zu vereinfachen und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Auch Wiesbauer investierte 2025 in Automatisierungslösungen und plant für 2026 weitere Schritte, um Produktions- und Absatzmengen effizient zu steigern.
Sortiment und Serviceorientierung
Die Nachfrage nach Convenience-Produkten, regionalen Spezialitäten und hochwertigen Frischeartikeln hat weiter zugenommen. KRÖSWANG setzte auf grätenfreie Süßwasserfische, Bio-Fische und Premium-Meeresfrüchte, während der Gastrobereich von Wiesbauer mit den Übernahmen von Kabinger und Trünkel gestärkt wurde. KHG unterstützt seine Mitglieder gezielt durch abgestimmte Marketingaktionen, um die regionale Präsenz zu erhöhen. Eigenmarken und Bio-Produkte gewinnen für Großhändler an Bedeutung, ebenso wie Convenience-Lösungen, die Arbeitsprozesse in der Profiküche vereinfachen. Transgourmet betont die Kombination aus Markenartikeln, preislich attraktiven Einstiegsprodukten und Eigenmarken wie „Economy“ oder „Natura“, um unterschiedliche Kundenbedürfnisse abzudecken.
Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz
Nachhaltigkeit spielte 2025 eine zentrale Rolle. Elektro-LKW-Flotten, optimierte Lieferketten und KI-gestützte Bestellsysteme trugen dazu bei, Abfall und CO2-Emissionen zu reduzieren. Bio- und Fair-Trade-Produkte gewinnen weiter an Bedeutung, während gleichzeitig Convenience- Lösungen die Effizienz in Großküchen erhöhen. Initiativen wie KASTNER „Teller statt Tonne“ oder die EcoVadis-Auszeichnungen von Transgourmet unterstreichen den Stellenwert ökologischer Verantwortung. Auch Wiesbauer investiert in Energieeffizienz, unter anderem durch den Ausbau der PV-Anlagen.
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