Heizsysteme müssen umgestellt und Gebäude saniert und gedämmt werden. Zero Waste muss eingeführt und mitunter auch das Abfallmanagement neu organisiert werden. Die Energie ist sowieso ein heißes Thema und das nicht nur hinsichtlich Nachhaltigkeit, denn sie muss trotz allem Umweltengagements auch leistbar sein. Ein Spagat, der derzeit nur schwer zu schaffen ist.
Wer im touristischen Bereich seine Nachhaltigkeit dokumentieren möchte, tut dies mit dem Österreichischen Umweltzeichen. Die Auflagen für eine Zertifizierung sind hoch, das Erreichen ist ein längerer Prozess und auch die Kosten aufgrund der Adaptierungen mitunter hoch. Zudem gilt es, alle Beteiligten von der Notwendigkeit zu überzeugen. In der Hotellerie haben es Betreiber oder Eigentümer selbst in der Hand und können rascher agieren. Strebt jedoch eine Region das Umweltzeichen an, so ist das deutlich schwieriger, weil alle Protagonisten mit eingebunden werden müssen. Geschäftsleute, Mobilität, Hoteliers, Tourismusverantwortliche: Sie alle müssen an einem Strang ziehen und ihren Beitrag leisten und das erweist sich in manchen Fällen als Mammutaufgabe. Vor allem das Thema Mobilität kann sich oft als Stolperstein erweisen, denn dieser Bereich erfordert Zeit – und Geld.
Die berühmte letzte Meile!
Wobei gerade diese Thematik der Knackpunkt im Bereich der Nachhaltigkeit ist, denn Smarte Mobilitätsstrategien sind der Schlüssel für nachhaltigen Tourismus. An- und Abreise können gut nachhaltig erfolgen, am größten Brocken, der berühmten letzten Meile wird fieberhaft gearbeitet. Erfolge zeigen sich bereits in den unterschiedlichsten Mobilitätsinitiativen der einzelnen Länder in Form von Öffi-Tickets, die während des Aufenthaltes kostenlos zur Verfügung gestellt werden und oft auch Regionen übergreifend sind (z.B. in OÖ und Szbg) oder Shuttle-Services. Touristiker wissen, dass das Mobilitätsangebot künftig über die Buchungen entscheiden wird.
Warum und für wen?
Warum tun sich Hoteliers und vor allem Touristiker das dann überhaupt an? Zum einen, weil es für die Umwelt und damit für alle künftigen Generationen unumgänglich ist. Zum anderen aber auch, weil gerade der Erhalt einer intakten Natur die Grundlage für einen funktionierenden Tourismus ist. Und nicht zuletzt ist es auch Verantwortung, die Hoteliers zu diesem Schritt bewegt, bzw. wollen auch Protagonisten im Tourismus in einer schönen Naturlandschaft leben. Wie das erlebbar ist, zeigen Themen wie Slow Travel“, wo das gesamte Angebot nachhaltig ausgelegt ist. Inklusive der Kulinarik.
Die gesamte Tourismusbranche arbeitet intensiv an ökologischen Nachhaltigkeitsstrategien, was sich auch bereits in Zahlen ablesen lässt: Laut dem Tourismusbericht 2024 des Wirtschaftsministeriums verbrauchen Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe aktuell 1,2 Prozent des gesamten österreichischen Energiebedarfs – so viel wie rund 900.000 Haushalte im Jahr. Die Branche hat ihren Anteil erneuerbarer Energien in 15 Jahren von 37 % auf zwei Drittel gesteigert.
Gewinn, ja oder nein?
So weit, so gut, aber wie sieht es nun mit den Kosten aus? Ist der Umstieg auf nachhaltiges Agieren, mit dem Ziel, das Umweltzeichen zu erreichen, nun langfristig auch ein wirtschaftlicher Gewinn? Ja, denn ohne Nachhaltigkeit werden manche Gäste schlichtweg nicht mehr kommen, bzw. können gewisse Angebote nicht mehr gestellt werden.
Nachhaltigkeit ist also eine Win-Win-Situation für alle: Für die Natur, die Umwelt, die Enkelgeneration und den Planeten sowieso, aber auch für den Wirtschaftstreibenden. Vielleicht nicht gleich, aber in den nächsten Jahren. Zudem gibt es für Betriebe seitens der OeHT Förderungen insbesondere für nachhaltige Investitionen.
So stellt die EIB, die Europäische Investitionsbank, der OeHT, das ist die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (OeHT), ein Darlehen in der Höhe von 50 Mio Euro bereit, das von der OeHT verdoppelt wird und in die Förderung kleinerer und mittlerer Tourismusbetriebe fließt mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit: 30 Prozent der Mittel sind für Klimamaßnahmen vorgesehen, insbesondere für Investitionen in Energieeffizienz und moderne, ressourcenschonende Infrastruktur. Damit unterstützt die EIB nicht nur die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe, sondern auch die grüne Transformation des Sektors.
Großer Wirtschaftsfaktor
Mit 14 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt stellen die Tourismus und Freizeitwirtschaft einen großen Anteil an der Wirtschaft und hat mit rund 678.000 Arbeitsplätzen viel Potenzial in der Hand. Mit mehr als 157 Millionen Nächtigungen alleine im Jahr 2025 ist der Tourismus eine der tragenden Säulen der österreichischen Wirtschaft und hat damit nicht nur Verantwortung, sondern auch viel Möglichkeiten in der Hand.
Nachhaltiger Tourismus bleibt Priorität der Bundesregierung, wie immer wieder betont wird. An den diesbezüglichen Protagonisten soll es nicht scheitern.






