Was Gastronomen schon lange wissen, setzen jetzt vermehrt auch Touristiker um: Den Herbst mit all seinen Produkten zu einer zusätzlichen Jahreszeit auszurufen. Beginnend mit dem Weinherbst in Niederösterreich (acht Weinbaugebiete) und der Südsteiermark, die beide seit Jahren die Betten füllen und als Vorreiter in diesem Bereich gesehen werden können, ziehen immer mehr Regionen nach und schöpfen aus den vorhandenen landwirtschaftlichen Produkten. Kürbis und Schwammerl, Birnen, Äpfel und natürlich Weintrauben. Aus all diesen Produkten lassen sich nicht nur köstliche Speisen kredenzen, sondern auch themenspezifische Packages schnüren. Stellvertretend und mit dem auch entsprechenden Wording eindeutig positioniert, ist das zum Beispiel „Das Gipfeltreffen des guten Geschmacks“ am Millstättersee, wo an acht Terminen insgesamt 15 Betriebe an den kulinarischen Nächten teilnehmen. Betreffend Wertschöpfung und Nächtigungszahlen steht vorrangig der Stellenwert der Kulinarik als Teil der touristischen Identität.
Ebenso in Kärnten, nämlich in Klagenfurt, sorgt das Festival der Alpen-Adria Küche mit über 30 Veranstaltungen jedes Jahr im September für volle Betriebe. Neben einem Slow Food Markt, der Genussmeile und einem slowenischen Abend, geben sich diverse Köche des Jahres ein Stelldichein.
In Vorarlberg bringt man unter dem Begriff „Genussfestival der Alpen“ noch bis zum 31. Oktober bei 80 Veranstaltungen renommierte Köche zusammen. Zu den Festival-Partnern gehört neben Vorarlberg Tourismus auch die Wirtschaftskammer Vorarlberg.
30 Jahre Erfolgsgeschichte
Der Bauernherbst in Salzburg war vermutlich die erste Veranstaltung in diese Richtung, wo der landwirtschaftliche Jahreszeiten-Reigen touristisch aufbereitet wurde. 76 Bauernherbst- Orte feiern mit rund 2.000 und14.000 aktiven Teilnehmern. Seit dem ersten Bauernherbst- Jahr 1996 stieg die Besucheranzahl bei den Festen von 150.000 auf rund 500.000. Als bekannteste touristische Produktmarke im SalzburgerLand ist das Format rund 50% aller Sommergäste ein Begriff.
Beeindruckend auch die Zahlen der Ankünfte: Von 1998 bis 2024 konnte ein Plus von 100,4 % verzeichnet werden, bei den Nächtigungen war es im selben Zeitraum ein Plus von 54,3 %. Was die Wertschöpfung für den ländlichen Raum betrifft, so gibt der Gast durchschnittlich € 186,- aus (ohne Anreise). (Quelle: Tourismus Monitor Austria, 2024).
Voi Guad
Die GenusslandStraße in Linz erfreut sich seit zehn Jahren größter Beliebtheit und bringt auch dem Handel zusätzliche Kunden. Treffender als die „Voi Guad Genusswochen“ in der Region Wels, kann man Regionales kaum benennen. Bis Ende Oktober präsentieren 22 Gastronomiebetriebe ihre saisonalen und regionalen Voi Guad Gerichte, die auf den Speisekarten zu finden sind und für ihren Betrieb als Aushängeschild stehen.
Nicht umsonst präsentiert sich Oberösterreich dem Begriff „Genussland Oberösterreich“ als Initiative des Landes für regionale Esskultur. Als Partner der bäuerlichen Direktvermarkter, Lebensmittelmanufakturen und der Gastronomie setzt man auf gute Kooperationen.
Erntezeit in jeder Hinsicht
Das Herbstpotential in der Steiermark ist ein Kapitel für sich: Eine knappe Million Gäste sorgt in den Herbstmonaten September bis November für rund 2,7 Millionen Nächtigungen. Der Anteil am Kalenderjahr beträgt damit rund 19 %. Diese Jahreszeit ist zugleich Erntezeit in der Kulinarik-Destination Steiermark und wird in über 200 Kulinarium Steiermark-Betrieben oder einem Guide Michelin- oder Gault Millau- Restaurant zelebriert.







