Donnerstag - 12.02.2026
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Herkunft, Transparenz, Nachverfolgbarkeit

Österreich ist ein Land mit hohen Lebensmittelstandards, einer großen Biofläche und landwirtschaftlichen Gegebenheiten, die nahezu eine Selbstversorgung möglich machen.

TitelbildAndergassen

Man sollte also meinen, dass wir all das vor den Vorhang holen und mantraartig wiederholen. Doch nein, interessanterweise ist das nicht in allen Bereichen so. Stichwort Herkunftsgarantie in der Gastronomie. Was im Lebensmittelhandel längst Standard ist, davor drückt sich die Gastronomie seit Jahren herum. Aber warum eigentlich? Für jeden Gastronom, der das Thema lebt und der Regionalität auf den Teller bringt, kann es nur von Vorteil sein, das auch zu kommunizieren. Es ist (s)ein USP gegenüber dem Mitbewerber. Warum also gibt es dagegen so ein Sträuben? Bürokratie ist das eine Argument, noch mehr administrative Aufgaben bei fehlenden Mitarbeitern das andere. Doch Herkunftsbezeichnung ist auch eine Vertrauensfrage und die wiederum schafft Stammgäste. Warum also dauert die Umsetzung eines Gesetzesentwurfes, der schon lange in der Lade liegt so lange? Schließlich ist die Herkunftskennzeichnung für Gastronomie bereits im Regierungsprogramm verankert Einzelne Initiativen zeigen, dass es durchaus möglich ist, seine Produkte ohne größeren Aufwand auszuloben.

Nachhaltigkeit betrifft uns alle!

Womit wir bei unserem Schwerpunkt- Thema der aktuellen Ausgabe sind: Regionalität und Nachhaltigkeit. Ersteres führt zu Zweitem und ist vielerorts bereits Standard. Das alles in den Fokus zu rücken und entsprechend zu kommunizieren, hat noch Potenzial nach oben. Doch wer sich dazu bekennt, sei es durch das Österreichische Umweltzeichen, das für Betriebe gleichermaßen gilt, wie für Regionen, sei es durch ein Biolabel oder einfach nur durch die Bezeichnung mittels Fähnchen am Frühstücksbuffet, der hat schon fast gewonnen. Denn Konsumenten und Gäste schauen und suchen vermehrt nach nachhaltigen Angeboten – im Sinne ihrer Kinder und Enkel. Im Hotel Schwarzalm im Waldviertel finden sich zum Beispiel auf dem Gang zum Restaurant alle Produzenten mit Foto und einer kurzen Info – das gibt gleich einen völlig anderen Zugang zum Abendessen. Kennzeichnung und Herkunft schaffen Identität und Alleinstellungsmerkmal. Und viel bessere Parameter gibt’s eigentlich kaum.

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Großhändler mit großer Verantwortung

Die großen Player im Gastronomiereigen, und das sind die Großhändler, haben sich das Thema Nachhaltigkeit und Regionalität unisono als Kernbotschaft verordnet. Eingekauft wird, so weit als möglich, regional, einzelne Großhändler haben zu diesen Themen bereits eigene Produktlinien herausgebracht. Der Fuhrpark wird auf E-Mobilität umgestellt und nachhaltige Verpackungen und ein Blick auf die Lieferketten sind große Teile im Nachhaltigkeits-Puzzle. Nicht zu vergessen der Schutz der Ressourcen in Form grüner Energie, Abwärmenutzung oder der Reduktion von Lebensmittelabfällen. Großhändler haben große Verantwortung und dessen sind sie sich auch bewusst. Und handeln entsprechend.

Intakte Landschaften? Ja, bitte!

Sus…, was? Globale Nachhaltigkeitsziele, wie die UN Sustainable Development Goals sind weltweit angelegte Strategien zur Erreichung nachhaltigen Agierens. Ausgelegt auf alle Bereiche, zählen auch die Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands dazu, und natürlich der Schutz unseres Planeten.

Sustainable Tourism ist die Vorgabe im Tourismus und definiert konkrete Lösungsvorgaben für eine nachhaltigere Tourismuszukunft. Best Practices sind dabei die Vorbilder, wie es funktionieren kann. Im „Plan T – Masterplan für Tourismus“, der seit 2019 Richtschnur für die österreichische Tourismuspolitik ist, wurde das Ziel, zu den nachhaltigsten Tourismusdestinationen der Welt zu gehören, verankert und seither Nachhaltigkeit systematisch in alle Maßnahmen“, so Ulrike Rauch-Keschmann, Sektionschefin für Tourismus im BMWET.

Zudem sind intakte Landschaften ja nicht nur für den Tourismus die Grundlage, sondern für unser aller Wohl. Denn sie garantieren gesunde Lebensmittel, sorgen für eine bessere Umwelt und ein Umfeld, das lebenswert ist. Hierzulande gibt es bereits elf mit dem Umweltzeichen zertifizierte Destinationen.

Konzepte von der Österreich Werbung

Die Österreich Werbung hat ein Konzept für die Etablierung eines Nachhaltigkeits- Managementsystems in einer Destination erarbeitet, das es der Destination ermöglicht, einen ganzheitlichen Ansatz für ihre nachhaltige Entwicklung zu verfolgen und unterstützt die Integration von ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten.

Die Einbindung der Stakeholder ist dabei ein wesentlicher Punkt. Ein strukturiertes Nachhaltigkeits-Managementsystem legt klare Verantwortlichkeiten fest und ermöglicht eine transparente Berichterstattung über die Fortschritte.

Ein Auftrag an die Touristiker, denn immerhin denkt gut die Hälfte aller Urlauber bei ihrer Planung über nachhaltiges Reisen nach. Die Buchungslage selbst zeigt dann aber ein anderes Bild.

Grund genug also, die Nachhaltigkeitsagenden mundgerecht und verständlich zu kommunizieren. Niederschwellig, nennt die Politik das gerne, und manchmal hat sie doch Recht!

Zitat
Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in derWirtschaftskammer Österreich (WKÖ)
Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)

„Nachhaltigkeit ist im heimischen Tourismus längst gelebte Praxis – wirtschaftlich, ökologisch und sozial. Besonders bei Regionalität, Ressourceneinsatz und Mitarbeiterbindung zeigen viele Betriebe mittlerweile eindrucksvoll, wie verantwortungsvolles Wirtschaften zu einem Erfolgsmodell wird: Die österreichischen Tourismus- und Freizeitbranchen zeichnet sich schon jetzt dadurch aus, dass sie ihre Vorleistungen und Zulieferungen zu 89 Prozent aus Österreich beziehen und damit die Regionen sowie die Regionalität stärken. Einer der größten Hebel liegt aktuell aber in der Mobilität. Damit nachhaltiges Reisen nicht an der An- und Abreise scheitert, braucht es neue Denkmodelle. Eine der wichtigsten Initiativen dazu ist der ‚Nachhaltigkeitsdialog im Tourismus‘, damit fördern wir den Austausch zwischen den Betrieben und die stetige Weiterentwicklung bei Nachhaltigkeitsthemen.“

Zitat
Alois Rainer, Obmann Fachverband Gastronomieder WKÖ
Alois Rainer, Obmann Fachverband Gastronomie der WKÖ

„Nachhaltigkeit und Regionalität spielen für österreichische Gastronomen seit jeher eine große Rolle. Sie gehen Hand in Hand miteinander und sind ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfitte Gastronomie. Aus Umfragen wissen wir, dass sich diese Entwicklung in den letzten Jahren nochmals verstärkt hat, wobei Nachfrageverhalten der Gäste, und die Bereitschaft für regionale Produkte mitunter mehr zu bezahlen, nicht immer miteinander im Einklang stehen.“

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