Montag - 09.02.2026
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Herkunftskennzeichnung: Hotellerie wehrt sich gegen „Planwirtschafts-Fantasien“ des Bauernbundes

TitelbildÖHV

Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) weist die erneute Forderung des Bauernbundes nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie scharf zurück. ÖHV-Präsident Walter Veit bezeichnet die Forderung als Ablenkungsmanöver von der Mercosur-Niederlage und als praxisferne „Zettelwirtschaft“, die ausschließlich zu mehr Bürokratie und höheren Preisen führen würde.

„Mehr Bürokratie macht kein Schnitzel besser!“

Veit stellt klar, dass die Gastronomie bereits aus eigenem Interesse auf Regionalität und Qualität setzt. „Unsere Gäste schätzen ja Regionalität ohnehin so sehr. Hochqualitative Bio-Produkte sind ja die besten Verkaufsargumente. Landwirtschaftliche Betriebe, die das liefern, machen großartige Geschäfte mit uns“, so der ÖHV-Präsident.

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Eine verpflichtende Kennzeichnung jeder Zutat bei wechselnden Lieferanten und saisonaler Verfügbarkeit sei für die Betriebe unzumutbar. „Laufend die Speisekarte umzuschreiben ist unzumutbar! Wir sind für die Gäste da, nicht zum Ausfüllen von Herkunftslisten.“ Die einzige Konsequenz wären höhere Kosten, die an die Gäste weitergegeben werden müssten.

Veit kontert: „Was kommt als nächstes – ein Bananen-Verbot?“

Die Forderung des Bauernbundes lehnt Veit als „Planwirtschafts-Fantasie“ ab, die an die DDR erinnere. „Wir fordern ja auch nicht, dass Landwirtinnen und Landwirte nur in Österreich Urlaub machen“, so Veit und fragt provokant: „Was kommt als nächstes? Fordern sie ein Bananen-Verbot?“

Appell an die Landwirtschaft: Ställe öffnen statt Gastronomie gängeln

Statt die Gastronomie zu gängeln, solle sich der Bauernbund auf die Qualität im eigenen Bereich konzentrieren. „Die Bauernbund-Direktorin will mehr Klarheit? Dann soll sie höhere Tierwohl-Kriterien durchsetzen und die Ställe öffnen“, fordert Veit. Die Landwirtschaft erhalte über 300 Milliarden Euro an EU-Förderungen und müsse damit in der Lage sein, eine Qualität zu produzieren, die sich gegen Billigimporte durchsetzt.

„Kümmert euch darum, was eure Kundinnen und Kunden wollen: Das sind wir. Wir wollen Top-Qualität“, richtet Veit eine klare Botschaft an die Landwirtschaft. Es sei ein „Armutszeugnis“, wenn sich Branchen in einem ohnehin schon bürokratisch überlasteten Land gegenseitig noch mehr Auflagen aufhalsen wollen.

Die Forderungen der ÖHV an die Politik sind klar

  • Stopp der Bürokratie-Spirale: Keine weiteren verpflichtenden Kennzeichnungsvorschriften.
  • Fokus auf Produktion statt Administration: Die Landwirtschaft muss selbst Verantwortung für Tierwohl-Standards übernehmen.
  • EU-weite Standardisierung: Einheitliche europäische Tierwohl-Standards, um Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern.
  • Entlastung der Betriebe: Reduktion bestehender Dokumentationspflichten, um Ressourcen für die Gästebetreuung freizuspielen.
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