Beim 2. Stakeholder-Forum „Diversifizierung in der Landwirtschaft“ am 28. Mai 2026 in Linz tauschten sich Vertreter aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und öffentlicher Beschaffung über gemeinsame Ansätze für eine einheitliche, praxistaugliche und nachvollziehbare Herkunftskennzeichnung entlang der Lebensmittelkette aus.
Herausforderungen und Lösungen
Fehlende Standards bei Herkunfts- und Verarbeitungsdaten erschweren derzeit eine nachvollziehbare Lebensmittelkennzeichnung. Das Forum konzentrierte sich auf den Dialog, wie Herkunft künftig durchgängig, digital unterstützt und für Konsumenten verständlich abgebildet werden kann – vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zum Teller. Kerstin Thür vom BMLUK betonte, dass Lösungen rechtlich abgesichert und im Betriebsalltag funktionieren müssen.
Einheitliche Daten als Grundlage für Transparenz
Michael Haas von necta Österreich GmbH stellte „NATIV-1“ vor, einen offenen EDV-Standard zur einheitlichen Erfassung von Herkunfts- und Verarbeitungsdaten. Christian Nezmah vom Bäuerlichen Versorgungsnetzwerk Steiermark zeigte, wie diese Informationen zwischen Produzenten, Verarbeitung und Abnehmern weitergeführt werden können. Waldemar Pöchhacker von ja zu nah GmbH erläuterte das Konzept „Fairdy“, das Herkunftsinformationen für Gäste und Konsumenten verständlich und sichtbar macht. Katharina Tidl von „GUT ZU WISSEN“ unterstrich die Bedeutung klarer und vergleichbarer Kennzeichnungssysteme.
Breiter Konsens und Forderungen
Die Teilnehmer des Forums sind sich einig: Transparente und nachvollziehbare Herkunftsinformationen sind eine zentrale Voraussetzung für Vertrauen, regionale Wertschöpfung und bewusste Konsumentscheidungen. Dafür braucht es gemeinsame, praxistaugliche und digital unterstützte Standards, die von allen Beteiligten getragen werden. Markus Hillebrand vom Netzwerk Kulinarik betonte, dass Regionalität nachvollziehbare Herkunft braucht und Transparenz nur mit gemeinsamen Standards funktioniert.
Bildungsinitiative Diversifizierung
An der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik wird eine Bildungsinitiative zur Diversifizierung in der österreichischen Landwirtschaft entwickelt. Ziel ist es, neue wirtschaftliche Perspektiven aufzuzeigen und die unternehmerischen Kompetenzen der Betriebe weiterzuentwickeln.







