In der Wiener Hotellerie sind enorme Investitionen unausweichlich geworden, da nicht-klimatisierte Zimmer in Hitzeperioden schlichtweg unverkäuflich sind. Viele bestehende Klimaanlagen erweisen sich als unterdimensioniert und schaffen es bei über 35 Grad nicht mehr, die Räume auf unter 25 Grad abzukühlen. Für Großhotels bedeutet die Anschaffung neuer Kühlanlagen Investitionskosten von weit über einer Million Euro. Hinzu kommen massiv steigende Energiekosten, da Zimmer präventiv gekühlt werden müssen, noch bevor die Gäste überhaupt einchecken.
Branchenübergreifendes Problem
Auch die Gastronomie leidet spürbar unter der Hitze: Der klassische Umsatzmotor Schanigarten schwächelt bei extremen Temperaturen. Die Betriebszeiten verlagern sich zunehmend in die kühleren Abendstunden, während die Umsätze insgesamt zurückgehen. In der Freizeitbranche gibt es derweil Gewinner und Verlierer. Gut klimatisierte Museen sowie unterirdische Sehenswürdigkeiten wie die Kapuzinergruft verzeichnen regen Zulauf, während Fremdenführer gezwungen sind, ihre Führungen in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verschieben.
Der Norden profitiert
Gleichzeitig warnen Reiseexperten vor einer dauerhaften Abwanderung der Städtetouristen. Ab 30 Grad weichen Urlauber zunehmend in kühlere, nordische Städte wie Stockholm, Kopenhagen oder Helsinki aus. Eine zeitliche Verschiebung der Reisen in den Frühling oder Herbst stößt an Kapazitätsgrenzen, da diese Monate bereits durch das Kongressgeschäft voll ausgelastet sind. Dies verschärft die Kapazitätsprobleme in der Hochsaison, während der Sommer geschwächt wird.
Maßnahmen und Organisation
Die Wiener Tourismuswirtschaft fordert daher rasche Unterstützung durch Investitionsförderungen für Klimageräte und Photovoltaikanlagen sowie einfachere Genehmigungsverfahren. Zudem soll ein neu zu gründendes Eventboard zusätzliche Angebote und Anreize schaffen, um Wien neben seiner Rolle als führende Kongressstadt auch als globale Eventmetropole zu etablieren und den tendenziell schwächeren Sommer touristisch zu beleben.
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