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Klartext auf dem Honigglas

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Endlich ist es Geschichte: das schwammige „Mischung von Honig aus EU-/Nicht-EU-Ländern“ auf dem Etikett. Ganz klar, am Frühstücksbuffet oder im Brunchlokal darf Honig als süßer Brotaufstrich oder Topping nicht fehlen. Was bisher allerdings oft fehlte, war eine eindeutige, transparente Kennzeichnung. Grundsätzlich musste zwar das Herkunftsland angegeben werden, bei Mischungen von Honig aus verschiedenen Ländern sah die Sache aber anders aus. Seit 14. Juni ist damit aber dank den sogenannten EU-Frühstücksrichtlinien endlich Schluss. Im Zuge ihrer Umsetzung wurde die österreichische Honigverordnung angepasst: Bei Honigmischungen müssen nun alle Ursprungsländer inklusive Prozentanteilen ausgewiesen werden. Klingt nach einer kleinen Änderung, ist aber ein großer Schritt hin zu mehr Lebensmitteltransparenz und Bewusstsein am Frühstückstisch.

Diese Anpassung war lange überfällig. In den vergangenen Jahren haben EU-weite Kontrollen gezeigt, dass Honig immer wieder im Verdacht stand, verfälscht und mit Zuckersirup gestreckt worden zu sein. Oftmals versteckt unter dem Deckmantel der schwammigen Kennzeichnung. Unser heimischer Honig ging im Regal zwischen billigeren Importhonigen oft unter – das Preisschild konnte da für viele zum entscheidenden Kaufargument werden. Dass die Herkunft jetzt deutlicher gekennzeichnet wird, schafft mehr Fairness. Wer Honig für das Frühstücksbuffet oder die Zubereitung von Desserts kauft, kann bewusster wählen und gezielt zu heimischer Ware greifen. Außerdem können Gastronominnen und Gastronomen ihren Gästen ganz klar sagen, woher der Honig in ihrem Tee kommt.

Die Honigverordnung beweist: Detaillierte Herkunftskennzeichnung ist machbar. Das darf nicht beim Honigglas enden. Wer Lebensmittel serviert, verkauft immer auch ein Gefühl. Gäste wollen wissen, woher ihr Essen kommt. Es geht um so viel mehr als Kennzeichnungs- Bürokratie. Es geht um echte Entscheidungsfreiheit und Vertrauen. Und Vertrauen ist in der Gastronomie mindestens so wertvoll wie eine gute Bewertung.

Maria Fanninger ist Mitbegründerin von Land schafft Leben. Der unabhängige und unpolitische Verein klärt über die Produktion österreichischer Lebensmittel auf und schafft Bewusstsein bei Konsumenten.
Maria Fanninger ist Mitbegründerin von Land schafft Leben. Der unabhängige und unpolitische Verein klärt über die Produktion österreichischer Lebensmittel auf und schafft Bewusstsein bei Konsumenten.

 

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