Das Hotel als Destination

Den Beherbergungsbetrieb ausschließlich als Übernachtungsbasis zu sehen, verschwindet zunehmend zugunsten des Anspruchs, den Hotelaufenthalt zum Erlebnis zu machen.

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Die Bar mit Alt-Wiener-Flair im Hotel Kaiserhof Wien.
Die Bar mit Alt-Wiener-Flair im Hotel Kaiserhof Wien.

Die Architektur bei Neubauten in der Gastronomie und Hotellerie ist von Minimalismus geprägt. Es wird auf klare Formen und Linien geachtet und der nachhaltige Anspruch steht ohnehin außer Frage. Holz ist daher auch der bevorzugte Baustoff, denn er erfüllt die nachhaltigen Kriterien genauso, wie den gesundheitlichen Aspekt.

Auch innen dominiert zumeist Schlichtheit, die aber durch einzelne, auffällige Stücke unterbrochen wird. So ist ein Kristallluster, der die sonst straighte Lobby dominiert nichts ungewöhnliches mehr, genauso aber werden Betonwände im Industrial Design als Designelement genützt. Die Beleuchtung darf hier dann gerne auch an losen Kabeln befestigt sein.

Individualität ist das Motto!

In Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung ist eine individuelle Note genau das, was den Unterschied ausmacht und auch das Hotel oder den Gastronomiebetrieb unverwechselbar macht. Das Hotelzimmer muss selbst zur Destination werden, das die Philosophie der Gastgeber und auch das Umfeld widerspiegelt. Das zeigt sich in Farben und auch Formen, die sich wiederholen und in allen Bereichen des Hauses widerfinden. Der Gastronom wiederum hat die Möglichkeit, seinen USP in Form von Tischwäsche und Tischdeko ebenso zu transportieren. Und wenn der Betrieb eine lange Geschichte hat, umso besser. Denn dann illustrieren Bilder die Weiterentwicklung der Gastronomie. Die Kleidung der Mitarbeiter im Service bietet ebenso die Möglichkeit für ein Alleinstellungsmerkmal.

Gemütlich wie im eigenen Wohnzimmer

Lehnsessel wie zu Omas Zeiten, eine Couch mit Leselampe, statt der Minibar eine Kaffeemaschine. Das Hotelzimmer wird zum Wohnort, an den der Gast gerne zurückkehrt – nicht nur bei Schlechtwetter. Genauso aber sind Schreibtische, oder zumindest die Möglichkeit für einen Arbeitsplatz, unerlässlich. Arbeits- und Freizeit verschmelzen zusehends und der Gast will bei beiden ein Angebot finden. Platz ist daher in jedem Fall ein wesentliches Kriterium.

Es werde Licht!

Was vielleicht die größte Veränderung in den letzten Jahren erfahren hat, sind die Nassräume. Sie gleichen, in der gehobenen Hotellerie, einem eigenen Mini-Spa mit vielen Assets. Und das ist von der eigenen Sauna oder der Badewanne mitten im Zimmer noch gar keine Rede. Die Bäder sind luxuriös und mit allem ausgestattet, was der Gast brauchen könnte. Ein separates Tischchen zum Schminken, so Platz vorhanden, ein Hocker für die Bequemlichkeit und vor allem gute Lichtquellen.

Licht ist überhaupt eines der wichtigsten Kriterien sowohl in der Gastronomie als auch in der Hotellerie. Stimmungsvolle Beleuchtung dort, wo sie angebracht ist. Gut ausgeleuchtet, wo es notwendig ist. Der gedeckte Tisch wirkt mit der richtigen Beleuchtung gleich ganz anders, eine gut ausgeleuchtete Lobby einladend und in der Lounge schätzt man gedämpftes Licht. Schließlich ist hier die Gemütlichkeit vorherrschend und das soll sich auch bei der Beleuchtung niederschlagen. Inklusive gemütlicher Couchen und Lehnsessel.

Alles in allem geht es vorrangig um den individuellen Aspekt, sowohl in der Gastronomie, als auch in der Hotellerie. Wie wichtig das ist, zeigt sich auch daran, dass sogar Hotelketten vermehrt auf individuelle Ausrichtung an den einzelnen Standorten setzten, die meist in Zusammenhang mit dem Umfeld stehen, oder ein Thema herausgreifen, das für diese Destination typisch ist. Das zeigt sich oft in den großen Glasfronten, die bei Neubauten mittlerweile fast usus sind.

Fachinput

Yvonne Meindl Cavar, Gründerin & Innenarchitektin von Meindl Cavar Concepts

„Gäste spüren sofort, ob ein Raum stimmig ist – und Hoteliers merken es an den Bewertungen. Innenarchitektur ist kein dekoratives Beiwerk, sondern Teil des Geschäftserfolgs. Wer in Gestaltung investiert, schafft Atmosphäre, die sich in Weiterempfehlungen, längeren Aufenthalten und besseren Raten widerspiegelt. Unser Anspruch ist es, Räume zu entwickeln, die sowohl Gäste begeistern als auch Abläufe im Betrieb erleichtern. Dabei geht es nicht um kurzfristige Trends, sondern um Konzepte, die langfristig tragen. Ein gelungenes Design schafft nicht nur Emotion, sondern auch Orientierung und Sicherheit für Gäste. Und es gibt Hoteliers ein Werkzeug in die Hand, mit dem sie sich nachhaltig vom Wettbewerb abheben. Denn ein Hotel, das seine Geschichte räumlich erzählt, gewinnt Profil – und bleibt unvergesslich“

so Yvonne Meindl Cavar, Gründerin & Innenarchitektin von Meindl Cavar Concepts.

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