Ein toll designtes Waschbecken, aber eine Minileiste für alle Kosmetika der nächsten Tage. Platz hat gerade der Zahnputzbecher, aber auch der nur mit gutem Balancegefühl. Ja, Hotelgäste wollen optisch ansprechendes Design in den Zimmern, aber noch viel mehr schätzen sie Funktionalität – und die bleibt auch im Gedächtnis. Denn der Designerspiegel im Bad ist bald vergessen, der tägliche Ärger über fehlende Ablageflächen aber nicht. Das gleiche gilt für Haken, die neben den Handtüchern auch Platz für die Wellness-Badetücher und den Bademantel bieten sollen. Fehlanzeige in manchen Bädern. Der Wunsch nach ausreichend Platz gerade in den Nassräumen steht bei Hotelgästen an oberster Stelle.
Five Designer und Architekten stellen dieses Thema daher in den Fokus ihrer Planung, und tragen dem Rechnung mit einem kleineren Waschbecken, das aber dafür links und rechts genügend Ablageflächen hat. Oder planen überhaupt ein extra Tischchen für Schminksachen inklusive Haarfön ein, was besonders bei einer Doppelbelegung des Zimmers großen Anklang findet.
Was die Materialien betrifft, so orientiert man sich häufig an der Natur im Umfeld – Holz ist ein beliebter Baustoff, begrünte Flächen finden sich auch im Spa immer öfter und Wohnzimmer-Möbel sind auch keine Seltenheit mehr.
Wenn die Badewanne ins Zimmer wandert
Baden ist längst nicht mehr nur ein Reinigungsritual, sondern vielmehr ein Wellnesstool. Baden mit Aussicht ist in Zimmern der gehobenen Hotel-Kategorie keine Seltenheit mehr, was so viel bedeutet wie, dass die Badewanne mitten im Zimmer steht – und da sehr oft direkt vor einer großen Fensterfront.
Die Steigerung dieses Luxus‘ ist dann die „frei schwebende“ Badewanne, die natürlich nicht wirklich schwebt, aber so wirkt. Mit einem ausgeklügelten Hängemattenkonzept befestigt, soll sie das Gefühl vermitteln, über dem Alltag zu schweben. Die beiden spektakulären „Hamarca“-Badewannen, von denen es in Europa derzeit nur sieben gibt, finden sich in den Spa-Suiten der Riederalm in Leogang.
Die Hängematten-Badewannen aus Karbon wurden von einer Spezialmanufaktur in Großbritannien gefertigt und sind das Highlight der zwei Luxury Spa Penthouse- Suiten mit einer Fläche von rund 61 m2. Dort wird feinste Wohnkultur mit lässig-modernem Alpin-Design aus hochwertigen Materialien wie Altholz und anthrazitfarbenen Edelfliesen, eigener Sauna und einem Weinklimaschrank kombiniert. Womit schon ziemlich deutlich der derzeitige Trend definiert ist, nämlich jener, dass der Spabereich immer häufiger in den persönlichen Bereich des Hotelzimmers wandert.
Und die Architektur?
Da kehrt viel Luxus ein: vergoldete Armaturen, Regenduschen schon im mittleren Preissegment in den Bädern, Lounge-Möbel im Spa, samt variabler Beleuchtung. Ein kleines Leselicht bei jeder Liege, aber gedimmte Beleuchtung im Raum.
Ein Kamin, der sowohl für Wärme als auch für Gemütlichkeit sorgt, eine kleine Bibliothek und Wasserbetten, Hängeschaukeln oder bequeme Sitzsäcke. Und natürlich Platz – auch hier. Oder gleich ein ganzes Dorf-Spa mit Themenbereichen in den einzelnen Stockwerken samt Rückzugsmöglichkeiten in großzügigen Ruhekojen. Die Böden im Spa-Bereich sind meist aus Holz, was dem ganzen einen warmen Charakter verleiht. Dem Zufall überlassen wird hier nichts, denn die Planung des Spa-Bereiches ist mindestens so aufwändig und intensiv wie der restliche Hotelkomplex. Innovative Innenarchitekten haben hier ihren großen Auftritt.







