Wer bin ich und wer sind meine Gäste? Diese beiden Fragen sind die Basis jeden Konzeptes, denn das Gießkannenprinzip hat längst ausgedient, aber auch die klassische Zielgruppendefinition greift nur mehr bedingt. Denn Vorlieben halten sich weder an Altersgruppen, noch an Familienkonstellationen oder Berufe und umfassen damit eine schwer zu definierende Klientel.
In fast allen Konzepten neuer Hotels tritt die Frage der Größe, sei es beim Haus selbst, oder im Wellnessbereich, immer mehr in den Hintergrund. Was zählt, ist die Geschichte, die der Betrieb, die Gastgeber zu erzählen haben und eine Haltung, die sie auch leben. Weniger ist mehr ist dabei ein zentraler Punkt, denn der gut dotierte Gast hat schon so ziemlich alles erlebt und sucht zunehmend Reduktion, die aber auf hohem Niveau und dazu regionale Authentizität – Stichwort Geschichte! Auffallend ist auch, dass Architektur immer mehr an Bedeutung gewinnt und auch zur Differenzierung beiträgt. Auch hier zählt der Wohlfühlcharakter, der damit auch einen Wiedererkennungswert schafft. Standard war gestern, heute punktet Individualität. Architektonische Klarheit und ein bewusstes Gästeerlebnis zählen.
Die Natur gibt‘s vor!
Die Sehnsucht nach Ruhe im Urlaub zieht sich quer durch alle Schichten, und das ermöglicht auch kleinen Häusern, beim Spiel der Großen mit zu machen. Denn nicht die lautesten Orte klingen am längsten nach, sondern das kann der stille Wald oder das Pflücken der Kräuter im Hotelgarten genauso gut. Und (alte) Familienbetriebe haben zumeist die entsprechende Lage, die das ermöglichen. Und wenn die Natur die Speisekarte schreibt, dann hat man meist schon gewonnen. Das Naturthema zieht sich also ziemlich stringent durch, wenn es um die Ferienhotellerie geht, bei der Stadthotellerie zählen unter anderem Kriterien wie zentrale Lage und Kooperationen mit lokalen Anbietern. Aber auch hier ist Austauschbarkeit immer weniger gefragt, das Hotel sollte die Frage „Wo bin ich?“ mit Lokalcolorit gut beantworten können.
Der Stellenwert der Digitalisierung
Sie ist fixer Teil des Angebotes, allerdings im Kontext von „kann“ und nicht muss. Im besten Fall hat der Gast die Wahl, ob er sie, z.B. beim Check-Out nützt, oder nicht. Nach dem ersten digitalen Boom zählt also „Human“ wieder mehr, der Kontakt zu Menschen wird wieder gesucht. Auch das ein Teil der Individualität, denn KI berechnet, was wahrscheinlich ist. Der moderne Gast ist aber zunehmend unberechenbar und will weniger das Restaurant mit den besten Bewertungen, als das kleine, regionale Wirtshaus. Unmögliches möglich zu machen, ist die Kunst an der Rezeption und das ist auf keiner Website buchbar. Österreichs Hotellerie ist da klar im Vorteil, denn die gut ausgebildeten Mitarbeiter wissen, wie persönliche Betreuung geht. Und das ist das eigentliche Konzept in der Hotellerie und das, was Häuser nicht austauschbar macht. Passend für jede Zielgruppe.











