Die österreichische Hotellerie steht vor großen Herausforderungen. Ein aktueller Fitness-Check zeigt zwar eine stabile Nachfrage und sinkende Kosten für den Wareneinsatz, doch gleichzeitig belasten enorm steigende Mitarbeiter-, Energie- und Finanzierungskosten die Betriebe massiv. Die operativen Betriebsergebnisse (GOP) stagnieren, was viele serviceintensive Hotels an ihre Grenzen bringt.
Kostenexplosion belastet Hotels massiv
Der Mitarbeiteraufwand je Vollzeitäquivalent weist für die Jahre 2022 bis 2024 einen durchgängigen und signifikanten Aufwärtstrend in allen Sternekategorien auf. Besonders 4-Sterne-Hotels verzeichneten zwischen 2022 und 2023 einen Sprung von über 18 Prozent, der sich 2024 auf 21,7 Prozent summierte. „Alle arbeiten inzwischen mit sehr engen Margen. Ohne Entlastung geht sich das für viele nur sehr schwer aus“, erklärt ÖHV-Präsident Walter Veit. Er fordert die versprochene Lohnnebenkostensenkung und wünscht sich von den Sozialpartnern Augenmaß bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die Branche.
Rettungsanker: Energie-Investitionen, ESG und unternehmerisches Know-how
Die Energiepreise bleiben weiterhin sehr hoch. Hotels, die in erneuerbare Energien und Energieeffizienz investieren, können dem Kostendruck teilweise entkommen. Walter Veit betont: „Diese Investitionen machen sich bezahlt, aber dafür braucht es Planungssicherheit und Kapital zu leistbaren Konditionen.“ Hierbei helfen die ESG-Kennzahlen aus dem Fitness-Check, die klare Vorteile bei Finanzierung und Förderung bieten. Ebenso wichtig ist vertieftes Wissen zu Kennzahlen und strategischer Planung, von der Unternehmensführung bis hin zu Mitarbeiter- und Wareneinsatz. Die Unternehmerakademie der ÖHV bietet hierfür entsprechende Informationen unter oehv.at/una.
ÖHV-Fazit: „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos“
„Von einer Krise sollte nicht die Rede sein, von der Komfortzone sind wir aber noch weiter weg“, fasst Veit die Situation zusammen. Er lobt die enorme Resilienz der Betriebe und fordert entschlossene Schritte der Politik: Entlastungen bei den Arbeitskosten, Investitionsanreize und verlässliche Rahmenbedingungen. Der Tourismus, der im Vorjahr rund 30 Milliarden Euro an Wertschöpfung erwirtschaftete und circa 350.000 Arbeitsplätze sichert, drängt sich als Teil der Lösung geradezu auf. Die ÖHV, mit rund 1.700 Mitgliedern die größte unabhängige Interessenvertretung der Branche, setzt sich weiterhin für die Belange ihrer Mitglieder ein.
Für die Gastronomie und Hotellerie ist es entscheidend, diese Entwicklungen genau zu verfolgen und sich aktiv an den Diskussionen um die zukünftigen Rahmenbedingungen zu beteiligen, um die Wettbewerbsfähigkeit und den Erfolg der Branche langfristig zu sichern.







