Der 18. Infotag Wasser der Plattform Wasser Burgenland (PWB) versammelte rund 230 Teilnehmer im Lisztzentrum Raiding. Fachleute aus der Wasserwirtschaft, Vertreter von Gemeinden und Behörden sowie Planungsbüros informierten sich über branchenspezifische Neuerungen und diskutierten die drängenden Herausforderungen, die der Klimawandel für die Wasserversorgung mit sich bringt.
Klimawandel als zentrale Herausforderung
Ein zentrales Thema der Veranstaltung war der Einfluss des Klimawandels und der damit verbundenen Extremwetterereignisse auf die Wasserversorgung. Die international renommierte österreichische Klimaexpertin Univ. Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb (BOKU) hielt einen vielbeachteten Vortrag zu den möglichen Auswirkungen. Ihre eindringliche Botschaft: „Für Pessimismus in der Klimafrage ist es zu spät. Wir können uns Pessimismus nicht leisten, denn er lähmt. Es geht darum, aktiv daran zu arbeiten, dass sich etwas ändert. Ich habe extremes Vertrauen darin, was Menschen leisten können, wenn sie sich einmal zu etwas durchgerungen haben.“
Der Obmann der PWB, DI Dr. Helmut Herlicska, sowie seine Stellvertreter Ing. Christian Zörfuss und Ing. Christian Portschy betonten die existenzielle Bedeutung der Trinkwasserversorgung für die Daseinsvorsorge der Bevölkerung und die Notwendigkeit, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Praxisnahe Diskussionen und Fachausstellung
Die Vortragsreihe wurde von Dipl.-Ing. Anna Selitsch (Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach) mit dem Thema „Aktuelles aus der Trinkwasserwirtschaft“ eröffnet. Ein Gemeinschaftsvortrag von Mitgliedern der Plattform Wasser Burgenland zum Thema „Vorbereitung auf außergewöhnliche Betriebssituationen (Trockenperioden, Poolfüllungen, Blackout etc.)“ sorgte für intensive Diskussionen. Auch Erfahrungsberichte zum Hochwasser 2024 von DI (FH) Jakob Denk, BA (EVN Wasser GmbH) und Vorträge zu aktuellen Sanierungen und Neubauten von Wasserbehältern von DI Norbert Klicha und DI Karin Schitzenhofer (MA 31 – Wiener Wasser) stießen auf großes Interesse.
DI Dr. Helmut Herlicska erläutert: „Die klimatischen Änderungen und die damit verbundenen Häufungen von Extremwetterereignissen sind eine große Herausforderung für die Wasserversorgung, der wir uns mit geeigneten Klimastrategien und einer Vielzahl von Maßnahmen stellen müssen.“ Er verwies auf eine aktuelle Kundenumfrage, die zeigt, dass 93 Prozent der burgenländischen Bevölkerung mit ihrer Wasserversorgung zufrieden sind und den Wasserversorgern die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen zutrauen.
Die begleitende Fachausstellung mit 35 branchenspezifischen Fachfirmen bot den Vertretern der Wasserversorgungsunternehmen, Wassergenossenschaften und Gemeinden sowie Planungsbüros und Behördenvertretern zahlreiche Gelegenheiten für Fachgespräche und Networking.
„Der bereits zum 18. Mal stattgefundene Infotag Wasser ist mittlerweile eine fixe Institution in der Wasserwirtschaft des Burgenlandes geworden. Die heutige Veranstaltung hat wieder gezeigt, dass in der Branche eine gute Kooperation erfolgt, und wir gemeinsam auch die zukünftigen Herausforderungen der Trinkwasserversorgung meistern können“, so die Veranstalter abschließend.







