Inhaltlich knüpft der Ball 2027 an die historische Bedeutung der Wiener Kaffeehäuser als Orte des Austauschs und öffentlichen Diskurses an. Kunst, Musik, Literatur und Politik wurden hier seit jeher diskutiert, gleichzeitig prägten Frauen die Kaffeehauskultur über Generationen – als Betreiberinnen, Gastgeberinnen und Unternehmerinnen.
Als historischer Ausgangspunkt dient der für 1928 geplante Wien-Auftritt von Josephine Baker, der damals für gesellschaftliche und politische Aufregung sorgte. Die Künstlerin wird als Symbol weiblicher Selbstbestimmung und Freiheit aufgegriffen.
Plakat als Hommage an Josephine Baker
Das Ballplakat 2027 wurde von Christof Cremer, dem künstlerischen Leiter des Kaffeesiederballs, konzipiert. Im Zentrum steht die österreichische Tänzerin, Schauspielerin und Choreographin Rebecca Horner im Frack.
Die Gestaltung soll bewusst mondän, elegant und androgyn wirken und versteht sich als Hommage an Josephine Baker. Fotografisch umgesetzt wurde das Motiv erneut vom britischen Fotografen Ashley Taylor.
Opening mit Musik der 1920er-Jahre
Musikalisch nimmt die Eröffnung ihren Ausgangspunkt im Berlin der späten 1920er-Jahre. Im Zentrum stehen Werke des Komponisten und Pianisten Mischa Spoliansky.
Rebecca Horner übernimmt den Solopart der Balletteinlage, begleitet vom Ensemble der Vereinigung Wiener Staatsopernballett. Julia Koci interpretiert dabei Spolianskys „Ich bin ein Vamp“.
Die musikalische Leitung der Eröffnung, der Mitternachtseinlage und des Late-Night-Konzerts übernimmt Bernd Oliver Fröhlich mit seinem Bernd Fröhlich Orchester.
Mitternacht und Late Night mit Female Empowerment
Auch die Mitternachtseinlage greift Musik der 1920er- und 1930er-Jahre auf und verbindet sie mit Musical-Hits aus dieser Epoche. Juliette Khalil und Julia Koci stehen dabei gemeinsam mit dem Bernd Fröhlich Orchester auf der Bühne.
Beim Late-Night-Konzert geht die musikalische Reise weiter bis in die Gegenwart. Pop-Songs ab den 1960er-Jahren bis zu aktuellen Titeln zum Thema Female Empowerment werden im Bigband-Sound interpretiert. Mit dabei sind Helena May und Juliette Khalil.
Charity für den Canisibus
Das Charity-Projekt 2027 unterstützt den Canisibus der Caritas Erzdiözese Wien. Der mobile Versorgungsdienst bringt täglich heiße Suppe und Brot zu Menschen in Wien.
Laut Aussendung werden jährlich rund 100.000 Teller Suppe ausgegeben, für viele der bis zu 400 täglichen Gäste ist es die einzige warme Mahlzeit des Tages. Finanziert wird der Canisibus ausschließlich durch Spenden.
Rund 3.600 Gäste erwartet
Der Wiener Kaffeesiederball zählt zu den bekanntesten Veranstaltungen der Wiener Ballsaison. Jährlich kommen rund 3.600 nationale und internationale Gäste in die Hofburg, mehr als 17 Orchester und Bands sorgen für die musikalische Bandbreite.
Die Tickets für den 68. Wiener Kaffeesiederball kosten 210 Euro. Der Online-Verkauf läuft bereits.
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