Werbung

Mut oder Mythos? Warum österreichische Hotels bei KI endlich Gas geben sollten

Inhaltsverzeichnis anzeigen

Neulich, in einer Diskussionsrunde über Künstliche Intelligenz in der Hotellerie, meinte eine Hoteldirektorin aus Tirol ganz trocken: „Wir haben keine Innovationsabteilung, also probieren wir’s einfach aus.“ Ich musste lachen – und zugleich zustimmend nicken. Denn genau dieser Pragmatismus fehlt oft den Großen.

Laut den aktuellen Studien von h2c und TakeUp setzen über 70 Prozent der unabhängigen Hotels bereits KI aktiv ein, während viele internationale Ketten noch in der Konzeptphase stecken. In den Head Offices werden Präsentationen geschoben, Budgets geprüft und Datenschutzformulare diskutiert. Und währenddessen hat der Familienbetrieb in Zell am See längst ein System eingeführt, das Gästeanfragen automatisch beantwortet und gleichzeitig den Energieverbrauch überwacht.

Das ist typisch österreichisch: Wenn etwas funktioniert, dann wird’s einfach gemacht. Wir brauchen keine fünfstufige Entscheidungskette – wir haben Hausverstand, Intuition und eine lange Tradition, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Aber, und das sage ich als jemand, der viele Betriebe begleitet: Diese Stärke kann auch zur Schwäche werden. Denn wo Mut ist, fehlt manchmal Struktur. KI ist kein Zauberstab, sie ist ein Werkzeug. Und wie jedes Werkzeug braucht sie Pflege, Wissen, eine fundierte Strategie und klare Ziele.

Viele Hoteliers unterschätzen, wie wichtig Datenqualität, Schulung und laufende Betreuung sind. Eine KI, die mit ungenauen Informationen gefüttert wird, produziert ungenaue Ergebnisse – das ist kein Softwarefehler, das ist Physik.

Ich sehe in Österreich ein enormes Potenzial: Wir haben großartige Gastgeber, kreative Betriebe und den Mut, Neues auszuprobieren. Aber wir haben auch die Tendenz, Perfektion zu wollen, bevor wir überhaupt anfangen. Und genau das bremst uns. KI ist keine Risikoanlage, sondern ein Lernprozess. Sie funktioniert am besten, wenn man sie einfach ausprobiert – mit Verstand, aber ohne Angst.

Die Zukunft unserer Branche entscheidet sich nicht in Meetings, sondern im täglichen Tun. KI wird nicht den Menschen ersetzen, aber sie wird die entlasten, die sie klug einsetzen. Wer sie nutzt, gewinnt Zeit – Zeit für Mitarbeiter, Gäste und das, was österreichische Gastfreundschaft wirklich ausmacht: Nähe, Qualität und Herzlichkeit.

Vielleicht ist jetzt der Moment gekommen, an dem wir aufhören, über KI zu reden – und anfangen, sie zu leben.

Riccardo Giacometti Führender Experte für KI, Datenanalyse und Hotel-Digitalisierung Cross Point Swiss Hospitality Lab www.giacometti-consulting.com
Riccardo Giacometti Führender Experte für KI, Datenanalyse und Hotel-Digitalisierung Cross Point Swiss Hospitality Lab www.giacometti-consulting.com
Werbung

Aktuell

Faq
tipp

GASTRO Links

Werbung
Jobs
Diese und viele weitere Jobs gibt es auf gastro-karriere.at
Im Trend

GASTRO-NEWSLETTER

Um über die neuesten Nachrichten, Angebote und Sonderankündigungen auf dem Laufenden zu bleiben.








Cover Storys