Neue Analysen zum Klimawandel in Österreich zeichnen ein klares Bild der Zukunft. Die Sommer werden trockener, während lokale Starkregen-Ereignisse zunehmen. Für die heimische Gastronomie und Hotellerie sind diese ersten Ergebnisse einer umfassenden Studie, die im Auftrag mehrerer Ministerien durchgeführt wird, ein strategischer Weckruf, der direkte Auswirkungen auf die Warenkosten, die regionale Beschaffung und das Risikomanagement der Betriebe hat.
Die zentrale Herausforderung: Trockenheit im Osten trifft die Kulinarik-Regionen
Die Prognosen zeigen, dass sich die Niederschläge verschieben: mehr Regen im Winter, aber um bis zu 15 Prozent weniger im Sommer. Besonders betroffen von der zunehmenden Sommertrockenheit wird der Osten Österreichs sein. Explizit genannt werden Regionen, die für die Gastronomie von zentraler Bedeutung sind:
- Das Weinviertel
- Der Seewinkel
- Das nördliche Waldviertel
Für die Gastronomie bedeutet dies eine doppelte Herausforderung:
- Steigende Warenkosten: Ein höherer Bewässerungsbedarf in der Landwirtschaft wird unweigerlich zu höheren Einkaufspreisen für regionale Produkte führen – von Gemüse über Obst bis hin zum Wein.
- Druck auf regionale Lieferketten: Die Verknappung von Wasser könnte die Verfügbarkeit bestimmter regionaler Spezialitäten beeinträchtigen und die Betriebe zwingen, ihre Lieferketten neu zu bewerten.
Das zweite Extrem: Starkregen als operatives Risiko
Gleichzeitig haben Starkregenereignisse bereits um zehn Prozent zugenommen. Diese lokalen, aber intensiven Niederschläge erhöhen das Risiko von Überschwemmungen. Für Gastronomie- und Hotelbetriebe stellt dies ein konkretes operatives Risiko dar:
- Gefahr für Keller und Lagerräume
- Beschädigung von Gastgärten, Terrassen und Außenanlagen
- Mögliche Beeinträchtigung von Lieferwegen
Ein strategischer Ausblick für die Branche
Die neuen Daten, präsentiert von führenden Institutionen wie Geosphere Austria und der BOKU, machen klar, dass ein proaktives Wassermanagement zu einem zentralen Bestandteil der Unternehmensstrategie werden muss. Dies betrifft nicht nur die Beschaffung und die Kalkulation, sondern auch den Umgang mit der Ressource Wasser im eigenen Betrieb.
Während der finale Bericht der Studie „Wasser im Klimawandel“ erst im Herbst 2026 vorgestellt wird, liefern die ersten Trends bereits eine klare Botschaft: Die Gastronomie und Hotellerie müssen sich auf eine neue Realität einstellen, in der Wasserknappheit im Sommer und extreme Wetterereignisse die Rahmenbedingungen des Wirtschaftens maßgeblich mitbestimmen werden.







