Dass dieses Thema hohe Priorität hat, zeigen nicht nur die Fachleute gebetsmühlenartig auf, sondern auch die Zahlen lassen aufhorchen: Denn einem der wesentlichen Faktoren, nämlich der Verringerung der Treibhausgas-Emissionen, hinkt man hinterher. Diese lagen 2025 laut einer Studie des Global Carbon Project bei rund 38,1 Milliarden Tonnen Kohlendioxid durch die Nutzung von Kohle, Öl und Gas ausgestoßen, was einen Anstieg um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Da ist also noch viel zu tun.
Österreich steht da schon deutlich besser da, denn uns ist es gelungen, 2024 die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent zu senken, was einer Einsparung von rund 1,8 Millionen CO2 Äquivalenten entspricht. Module dafür sind u.a. der Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme oder der Ausbau erneuerbarer Energien.
Und dem gerade in Österreich äußerst beliebten Plastiksackerl ging es schon vor geraumer Zeit an den Kragen. Für viele anfangs ein echtes Problem, ist es aber ein großer Schritt in die richtige Richtung.
Ein Zeichen setzen!
Fakt ist, dass es zur Green Future keine Alternative gibt, der Weg dorthin ist allerdings unterschiedlich. Was den Gastronomie- und Hotelleriebereich anbelangt, so gibt es hier viele Stellschrauben, an denen gedreht werden kann. Gut geplant, ist halb gewonnen, wäre zum Beispiel das Stichwort für Zero Waste, ebenso der Mut zur Lücke. Eine Verkleinerung des Sortiments kann helfen, die Lagerhaltung zu vereinfachen. Für die Gäste ist das im Normalfall kein Problem, sondern sie orten ganz im Gegenteil eine vernünftige Planung – und auch frische Ware.
Wenn doch etwas übrigbleibt, so haben sich fast flächendeckend Institutionen wie Too Good To Go bestens etabliert, ebenso das Spenden an soziale Organisationen. War die Portion zu groß, kann das offensive Angebot der Mitnahme das Wegwerfen vermeiden und da ist dann das Verpackungsmaterial ausschlaggebend. Und, dass Mehrweg sowieso der bessere Weg ist, versteht sich von selbst. Wer nachhaltig unterwegs ist und aktiv etwas dafür tut, sollte es auch dokumentieren. Das geht aktiv mit dem Umweltzeichen, das als Qualitätssiegel die Nachhaltigkeit messund dokumentierbar macht. Der größte Anteil entfällt mittlerweile auf den sehr dynamischen Tourismusbereich mit etwa 880 Unternehmen, ergänzt durch über 250 Betriebe aus dem Kultur- und Veranstaltungsbereich – insgesamt mehr als 1.000 Unternehmen in diesem Umfeld, was nahezu einer Verdoppelung innerhalb von fünf Jahren entspricht. Hier gibt es viele Komponenten und eine davon ist der Facility- Bereich, in dem ökologische Reinigungsmittel immer häufiger zum Einsatz kommen.
Aber nicht nur in der Gastronomie- und Hotellerie ist man hier engagiert, denn bereits mehr als 1600 Lizenznehmer aus verschiedensten Branchen tragen das Umweltzeichen.
„Groß“ auch bei Green
Als Musterschüler hinsichtlich Nachhaltigkeit zeigen sich die heimischen Großhändler. Sie sorgen für regionale Lieferketten, die nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch die lokale Landwirtschaft unterstützen. Diese Lieferketten werden immer mehr mit E-Flotten abgewickelt und auch bei der Verpackung schaut man auf ökologische Standards. Recycling zählt mittlerweile meistens ohnehin zum Standard. Auch Bio-Ware trägt zur Nachhaltigkeit bei und die wachsende Zahl an Eigenmarken, vor allem auch in diesem Bereich, zeugen von großem Bewusstsein, was die grüne Zukunft anbelangt.
Ein entscheidender Schritt in Richtung Green ist immer die Energie und die österreichischen Großhändler sind sehr engagiert. Photovoltaikanlagen erzeugen eigenen Ökostrom, natürliche Kältemittel reduzieren den CO2- Ausstoss. Einige Unternehmen im Bereich des Großhandels haben sich auch eigene Ziele für die Klimaneutralität gesetzt. Auch in der Gemeinschaftsverpflegung wird stark auf ökologisches Handeln gesetzt, hier kann man zum Beispiel als Klimaaktiv Projektpartner aktiv zur grünen Zukunft beitragen. In Wien unterstützt die Stadt mit dem Projekt OekoBusiness Wien Unternehmen bei der Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen.
Die Möglichkeiten zu „Green Future“ etwas beizutragen, sind mannigfaltig und dabei ist jeder Einzelne gefordert!
Das Österreichische Umweltzeichen
Als staatliches Typ I Umweltgütesiegel nach dem EN ISO 14024 Standard weist es besondere Umweltqualität von Produkten, Dienstleistungen und Einrichtungen aus. Grundlage für die Zertifizierung bestimmter Produkte/Dienstleistungen bilden die Richtlinien auf Basis eines umfassenden „Lebenszyklus-Ansatzes“. Betrachtet werden dabei die Umweltauswirkungen bei Gebrauch, Herstellung und Entsorgung.
Die Wirkung des Umweltzeichens ist auch wirtschaftlich messbar: So hat sich der Umsatz von Umweltzeichen-Produkten seit 2020 von 1,2 Mrd. Euro auf über 2,4 Mrd. Euro mehr als verdoppelt.“






