Ein Jahrhundertprojekt des öffentlichen Verkehrs geht heute mit Festakten in Graz und Klagenfurt feierlich in Betrieb: Die Koralmbahn mit dem 33 Kilometer langen Tunnel durch die Koralm als Herzstück. Die Hochleistungsstrecke, die von 2008 bis 2024 um 5,9 Milliarden Euro errichtet wurde, verbindet Graz und Klagenfurt mit dem schnellsten Zug bei 250 km/h in nur 41 Minuten.
Prominente Gäste bei der Eröffnungsfeier
Bei den Festlichkeiten auf den Hauptbahnhöfen Klagenfurt und Graz waren Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker, Vizekanzler Andreas Babler und Verkehrsminister Peter Hanke sowie die Landeshauptleute Peter Kaiser (Kärnten) und Mario Kunasek (Steiermark) anwesend.
Bundespräsident Van der Bellen sah einen „guten Abschluss“ für das Projekt und betonte, dass Graz und Klagenfurt nun wie Bezirke in Wien verbunden seien. Kanzler Stocker sprach von einem „schönen Tag für die Steiermark, Kärnten und die Republik Österreich“, der einen „Impuls für den Aufschwung in Österreich“ gebe. Vizekanzler Babler sah eine „gute Voraussetzung für Beschäftigung“, und Verkehrsminister Hanke lobte die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Gemeinden.
Landeshauptmann Kunasek sprach von einem „riesengroßen Tag“, während Landeshauptmann Kaiser die „Vollendung einer Idee“ sah, die einen „Stern des Südens“ entstehen lasse. Die Bürgermeister von Graz und Klagenfurt, Elke Kahr und Christian Scheider, betonten das Zusammenwachsen der beiden Bundesländer.
ÖBB-Chef Matthä: „Wie cool kann das denn sein“
Eric von Breska von der EU Kommission zeigte sich „sehr, sehr stolz“, da die Koralmbahn ein zentraler Baustein des Trans-Europäischen Verkehrsnetzes von Polen bis an die Adria ist. ÖBB-Chef Andreas Matthä sprach von einem eisenbahnhistorischen Moment: „Da verspürt man ein gewisses Kribbeln. Wie cool kann das denn sein.“
Premierenfahrt und Regelbetrieb
Die erste offizielle Fahrt zwischen Graz und Klagenfurt startete um etwa 11:00 Uhr mit vielen prominenten Passagieren. Sonderzüge verkehren den ganzen Tag zwischen Graz und Klagenfurt, rund 5.500 Personen sind als Ehrengäste dabei oder haben ein Ticket gebucht. Entlang der Strecke wurden Bahnhöfe modernisiert oder neu gebaut, der größte ist der Bahnhof Weststeiermark, der mit der Umstellung auf den neuen Fahrplan am Sonntag in Betrieb geht.
Der Regelbetrieb auf der gesamten Strecke startet am Sonntag. Der Ansturm auf die Tickets ist enorm, viele Züge sind fast ausgebucht. Klagenfurt und Villach sowie die Tourismusregionen sind auf die zusätzlichen Besucher vorbereitet.
Kulturelle Angebote und internationale Anbindung
Die Inbetriebnahme der Koralmbahn nehmen das kärnten.museum in Klagenfurt und das Museum für Geschichte in Graz zum Anlass, auf rund 2.500 Jahre gemeinsame Geschichte in einer Ausstellung humorvoll anzuspielen. Beide Ausstellungen sind mit einem Ticket zu erleben.
Ergänzend starten neue Interregio-Linien, die den inneralpinen Raum besser vernetzen. Auch ins Ausland wird das Angebot ausgebaut, etwa mit schnelleren Verbindungen nach Triest und Venedig. Zusammen mit dem Semmering-Basistunnel wird die Strecke ab 2030 als Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors schnelle Personenzüge und ein breiteres Frachtangebot ermöglichen.





