Lisa Morent ist DAS aufstrebende Kochtalent des Jahres 2026, und dass Begabung schon in den Kinderschuhen sichtbar ist, zeigte sich bei der heute Zwanzigjährigen schon früh. GASTRO hat die junge Köchin interviewt und ist dabei auf eine äußerst kreative Person getroffen.
Frau Morent, Sie werden hinsichtlich Ihres Werdegangs als Wirtshauskind bezeichnet, wie hat sich das geäußert?
Lisa Morent: Ich habe es schon als Kind geliebt, im Restaurant zu sein, und somit war es für mich schon damals klar, dass ich mal den Betrieb übernehmen werde. Dementsprechend hab ich schon angefangen zu kochen als ich sieben Jahre alt war.
Talent und Interesse sind das eine, aber für den Erfolg braucht es auch die fachliche Kompetenz. Welche Ausbildung haben Sie gemacht?
Ich war 4 Jahre in der GASCHT in Bezau. Dort habe ich Tourismusfachfrau gelernt. Mein Schwerpunkt war schon dort immer die Küche. Ebenso habe ich den Käsekenner, und den Jungsommelier absolviert.
Wann haben Sie den Betrieb übernommen?
Ich habe zusammen mit meinem Bruder den Betrieb im Dezember 2023 übernommen.
Und was dann anders gemacht?
Ich habe im Jänner angefangen, die komplette Küche neu aufzubauen und zu gestalten. Ebenso haben wir unsere zwei Zimmer und das Restaurant zeitgemäß renoviert. Für mich war es wichtig, den Charme des alten Hauses zu bewahren, aber trotzdem den Komfort der Moderne reinzubekommen. So ist auch unser Konzept.
Was fasziniert Sie am Kochen?
Die unbegrenzten Möglichkeiten. Meine Kreativität hat dort keine Grenzen. Es ist ein unglaublich spannender Beruf. Es gibt so viele verschiedene Gewürze, die kaum in Küchen verwendet werden. Ebenso geht für mich einfach die Liebe durch den Magen. In jedem Gericht steckt ein Teil von mir selbst. Das ist das Schöne am Kochen. Die Selbstverwirklichung war mir immer wichtig.
Bei Ihnen wird nach dem Slow Food Prinzip gekocht. Was bedeutet das genau und war das schon immer so?
Es bedeutet, dass wir mit dem arbeiten, was die Natur und die Region zur Verfügung stellt. Meine Eltern haben damals nach dem selben Prinzip wie ich gekocht. Slow Food sagt aus, dass jeder noch so kleine Bauer und jeder Betrieb das Prinzip der Nachhaltigkeit und Fairness berücksichtig und auch anwendet. Aber das auch lebt und liebt. Das Wichtigste ist, dass alle Produkte mit großem Herz und Geschichte gemacht werden.
Die Auszeichnungen für die Küche sind beeindruckend: Sterne, Hauben, Gabeln…, gibt es eine davon, die Sie besonders freut?
Besonders stolz bin ich auf den Grünen Stern von Michelin . Er belohnt das, wofür wir jeden Tag arbeiten und leben. Er zeichnet die Arbeit und die Wertschätzung aus, die wir unseren Gästen und der Natur, wie auch der Region entgegen bringen.
Sind Auszeichnungen eher Ansporn oder erzeugen sie Druck?
Die Auszeichnungen sind ein toller Bonus, wenn man das so sagen darf. Sie geben einen gewissen Ansporn – aber nicht, um mehr zu machen oder noch mehr zu können, sondern um genau so weiter zu machen, und diesen Weg zu perfektionieren und zu erweitern. Sie sind für mich eher ein Wegweiser.
Gault Millau hat Sie als Newcomerin des Jahres ausgezeichnet. Wie lautete die Begründung dafür und hat Sie die Auszeichnung überrascht?
Newcomer des Jahres zeichnet eigentlich den Besten neuen Betrieb des Jahres aus. Diese Auszeichnung kann man nur einmal im Leben bekommen, deswegen hat es mich um so mehr überrascht, dass ich die Ehre bekommen habe, diesen Preis entgegen zu nehmen. Ich war einfach sprachlos.
Sie bieten ein Degustations-Menü mit jeweils 3, 4 oder 5 Gängen und „Ausweichgerichte“, wie es in der Karte steht, mit z.B. dem klassischen Wiener Schnitzel. Wie oft wird dieses bestellt?
Mittlerweile ist das Wiener Schnitzel relativ unbeliebt geworden bei uns. Man kommt zu uns, um was anderes zu probieren. Aber ich sage immer: „In jedem guten Wirtshaus in Österreich muss es ein Schnitzel geben.“
Wann wurde das Morent umgebaut und wie verköstigen Sie die Hotelgäste?
Das Morent wurde im Jänner 2024 umgebaut, eröffnet haben wir am 9. 7. 2024. Ebenso haben wir zwei Zimmer und unsere Hausgäste können dual mit oder ohne Frühstück bei uns buchen.
Wie viele Mitarbeiter haben Sie und wer von der Familie arbeitet noch mit?
Ich habe offiziell einen Mitarbeiter, der aber mein Partner ist. Er hilft mir in der Küche und im Service. Mein Vater ist hin und wieder da und ist hauptsächlich für gute Gespräche und Wein-Empfehlungen da. Mein Bruder ist der Herr im Hintergrund und macht mir die Buchhaltung und Website. Er ist das Multitool des Hauses. Und wenn‘s mal voll ist auch ein toller Spüler. Insgesamt sind wir also zu viert.
Das Tannheimertal ist doch eine eher in sich geschlossene Region – woher kommen Ihre Gäste?
85% unserer Gäste kommen aus Deutschland.
Gibt’s eine Zukunftsvision?
Natürlich. Genaues oder konkrete Ideen gibt es noch keine. Es schweben immer wieder neue Ideen in meinem Kopf herum, aber dazu kann ich tatsächlich noch nichts sagen.








