Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) sieht ein erhebliches Preisproblem bei den Mensen. Während eine warme Mahlzeit in Österreich im Schnitt sieben Euro kostet, liegen die Preise in Deutschland meist zwischen zwei und vier Euro. Trotz eines Mensenbonus von bis zu zwei Euro seit dem Vorjahr und der Möglichkeit, ab Herbst ein Menü um fünf Euro anzubieten, fordert die ÖH eine „radikale Demokratisierung“ der Mensen-Betriebsgesellschaft für nachhaltig günstige Preise.
Mensen als öffentliche Infrastruktur
Mensen sind eine wichtige öffentliche Infrastruktur zur Absicherung von Studierenden. Dennoch hat die Studierendenvertretung kaum Mitspracherecht bei Preisgestaltung und Angebot, obwohl die meisten Mensen von der Österreichischen Mensen-Betriebsgesellschaft (ÖMBG) betrieben werden, die zu 100 Prozent der Republik gehört.
Forderungen der ÖH
Die ÖH verlangt, dass die finanzielle Entlastung durch Zuschüsse für das Fünf-Euro-Mensamenü genutzt wird, um einen umfassenden Demokratisierungsprozess und Umbau der ÖMBG einzuleiten. Konkret soll eine Generalversammlung, bestehend aus Vertretern des Wissenschaftsministeriums, Betriebsrat und ÖH, über Budget, Preispolitik, Nachhaltigkeit, strategische Ausrichtung und Geschäftsführung entscheiden. Zudem sollen Mensenräte an den über 45 ÖMBG-Standorten bei Speiseplan und Rahmenbedingungen mitbestimmen.
Weiter fordert die ÖH, dass an Hochschulen nur noch nicht gewinnorientierte Betriebe Mensen führen dürfen und an jedem Standort ein günstiges Standardmenü um drei Euro angeboten wird.
Soziale Lage der Studierenden
Laut Studierendensozialerhebung haben sechs von zehn Studierenden ein Einkommen unter der Armutsgrenze, und knapp 17 Prozent ihres Einkommens fließen durchschnittlich in Lebensmittel.






