Städte stehen vor großen Herausforderungen: Sie verursachen einen erheblichen Anteil der globalen CO₂-Emissionen, verbrauchen mehr als die Hälfte der weltweiten Ressourcen und müssen gleichzeitig Bürgernähe, Effizienz sowie Transparenz gewährleisten. Das von der FFG geförderte Forschungsprojekt ESG-STADTLABOR entwickelt innovative Strategien für eine ESG-konforme Stadtentwicklung und Verwaltung. Im Mittelpunkt steht eine österreichweite Online-Umfrage, die Mitarbeitende von Verwaltungen, politische Vertreter, Stakeholder und Bürger einbindet.
Grundlagen für eine neue Generation der Stadtverwaltung
Das ESG-STADTLABOR schafft die Basis, damit Städte künftig nach ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) handeln können. Dabei geht es nicht nur um Umweltschutz, sondern auch um soziale Gerechtigkeit, transparente Entscheidungsprozesse und verantwortungsvolle Verwaltungsführung. „Besonders kleinere Städte mit bis zu 15.000 Einwohnern können bei der Umsetzung nachhaltiger Projekte aufgrund begrenzter Ressourcen und komplexer Planungsprozesse schnell an ihre Grenzen stoßen. Genau hier setzen wir an“, erklärt Projektinitiatorin Michaela Zois, MSc, leveldrei Projektentwicklung GmbH. Das Projektteam entwickelt eine ESG-Matrix als praxisnahe Entscheidungshilfe, die Städte unterstützt, Projekte effizient, nachhaltig und nachvollziehbar umzusetzen. Ein Informationsboard zeigt auf einen Blick, welche Impulse eine Stadt in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance setzt.
St. Veit/Glan als Pionier-Kleinstadt
Die Kleinstadt St. Veit/Glan ist von Beginn an Projektpartner und positioniert sich als Vorreiter. „St. Veit will Vorreiter in klimaverantwortlicher, sozial gerechter und digital transformierter Verwaltung sein. Das ESG-Stadtlabor ist unser strategisches Format, um diese Transformation ganzheitlich zu denken und konkret umzusetzen“, sagt Bürgermeister Ing. Martin Kulmer. Umweltstadtrat Walter Brunner, M.A., betont die Bedeutung: „Wir haben 2024 unseren Klimaneutralitätsfahrplan beschlossen. Erste Initiativen laufen bereits. Aber generell fehlt noch die umfassende Verankerung von ESG-Kriterien in Stadtverwaltungen und Entscheidungsprozessen. Das wollen wir mit diesem Projekt ändern.“
Österreichweite Umfrage und Ausblick
Seit April 2025 arbeitet das Projektteam an der erweiterten Grundlagenforschung. Nun startet die nächste zentrale Phase: eine österreichweite Umfrage relevanter Zielgruppen. „Mitarbeitende von Verwaltungen, politische Vertreter, Stakeholder und Bürger haben die Möglichkeit, Teil unseres Forschungsprojekts zu sein, indem sie an einer anonymen und nicht-personalisierten Online-Umfrage teilnehmen“, erklärt Projektleiterin Michaela Zois. Die Ergebnisse werden am 1. Oktober 2025 in St. Veit/Glan präsentiert. Ab Herbst 2025 folgen vertiefende Workshops in weiteren Städten, für die noch Partnergemeinden gesucht werden. „Als Pionier-Kleinstadt gehen wir seit Jahren bei vielen Zukunftsthemen voran. Bei diesem Forschungsvorhaben zählen wir auf die Zusammenarbeit mit anderen Städten und erhoffen eine rege Teilnahme“, appelliert Dr. Birgit Kuhn-Veratschnig, Amtsleiterin von St. Veit/Glan.
Umfrage:
www.esg-stadtlabor.at/umfrage








