Da muss eine Lösung her, dachten sich die Betreiber des Ferienhotels Hochschober auf der Turracher Höhe bereits vor 30 Jahren. Der Turracher See erreicht auch im Hochsommer kaum 20°C, was auf 1.800 Meter Höhe nicht unbedingt ungewöhnlich ist, aber doch nur wenige Schwimmer anlockt. Eine wärmere Lösung musste also her, wie Peter Leeb, der Vater der heutigen Besitzerin, Karin Leeb, konstatierte. Die fand sich in Form der innovativen Idee eines Pools im See, die Peter Leeb mit findigen Fachleuten nach mehrjähriger Planung umsetzte.
So entstand ein 25 x 10 Meter großer Rahmen mit Seitenwänden, der unten offen war und mit einem ausgeklügelten Heizsystem die oberen drei Meter Seewasser erwärmt. Das damals weltweit einzigartige Seebad funktioniert nach einem physikalischen Prinzip: warmes Wasser schwimmt auf kaltem. Die Heizung verbirgt sich in schwimmenden Edelstahl Pontons, die das Bad bis in eine Tiefe von drei Metern abgrenzen. So bleibt das warme Seewasser oben, das kalte bildet die natürliche Grenze. Das erwärmte Wasservolumen wird alle 10 Stunden einmal ausgetauscht.
Umweltschonender Betrieb
Mittels Wärmepumpe, die 24/7 läuft, und mit dem Rücklauf der Fernwärme aus dem Hackschnitzelwerk, erfolgt die Erwärmung auch energiesparend, die Technik ist hochwertig und die Wartung intensiv – aber nachhaltig.
500 qm nachhaltige Wasserfläche
Mit dem See kommen zu den 500 m2 Wasserfläche im Hotel nochmals 190.000 qm dazu, wobei letztere nur bedingt nützbar sind. Ganzjährig verfügbar sind das Seebad, drei Außenbecken im Felsenbad sowie ein Indoorbecken und einen Indoorwhirlpool. Alle herkömmlichen Pools werden möglichst nachhaltig mit Unterdruck- bzw. Saugfilter sowie Sandfilteranlagen betrieben. Hier wird das Wasser mittels Pumpe zur Sandfilteranlage transportiert und dort durch eine Schicht speziellen Filtersands gepresst, um Schmutzpartikel und Verunreinigungen zu entfernen. Danach wird das gereinigte Wasser zurück in den Pool geleitet.
Ganz grundsätzlich gilt, dass die Wasseraufbereitung mit der Regelung des pH-Werts beginnt. Stimmt dieser nicht, werden die Flockung und die Desinfektion erheblich behindert
Best Practice Award
Das Hotel Hochschober ist in punkto Nachhaltigkeit schon seit langem ein Vorreiter. Die thermische Sanierung wird vorangetrieben, die Photovoltaik-Anlage spart 20 Prozent des Energiebedarfs ein, die Wärmeenergie bezieht das Hotel schon seit 1997 aus dem Biomasse-Heizwerk auf der Turracher Höhe. Mehrweggebinde sind Standard und den Restmüll komprimiert eine moderne Müllpresse. Für all dieses Engagement erhielt das Hotel u.a. 2023 den Best Practice Award, der damals erstmals von der ÖW und WKÖ ausgeschrieben wurde.
2022 hat das Hotel beim SDI Rating als eines von erst 20 Hotels in Österreich das erste SDI Rating abgeschlossen und den Status Bronze erreicht. Dieser Sustainable Development Index weist anhand von vielen Parametern das Engagement in Sachen Nachhaltigkeit aus. 2023 wurde Silber erreicht, was in Anbetracht der Höhenlage und der Tatsache, dass sich das Hotel Hochschober als Wellnesshotel positioniert, beachtlich ist. Man sieht: Luxus und Nachhaltigkeit lassen sich durchaus verbinden, aber es bedarf hohen Einsatzes und ausgeklügelter Systeme.





