Das Naturhistorische Museum (NHM) Wien feiert 2026 sein 150-jähriges Gründungsjubiläum mit einem ambitionierten Sonderprogramm. Doch die Feierlichkeiten werden von einer enttäuschenden Nachricht überschattet. Die weit fortgeschrittenen Pläne für einen umfassenden Umbau des Eingangsbereichs wurden aufgrund fehlender Bundesmittel auf Eis gelegt. Für die Wiener Tourismus-, Gastronomie- und Hotelleriebranche ist dies eine zwiespältige Entwicklung.
Ein Rückschlag für die Besucher-Infrastruktur
Die Pläne für einen modernen, barrierefreien und kapazitätsstärkeren Eingangsbereich im NHM, ähnlich dem des Kunsthistorischen Museums (KHM), sind vorerst vom Tisch. Die dafür vorgesehenen Bundesmittel in Höhe von rund 35 Millionen Euro fielen der angespannten Budgetsituation zum Opfer.
NHM-Generaldirektorin Katrin Vohland betonte die Dringlichkeit der Investition: Man wolle die Gäste nicht „im Regen stehen lassen“, was im verregneten Sommer 2025 aufgrund mangelnder Kapazitäten mehrfach passiert sei. Im Gegensatz zu anderen Bundesmuseen wie dem KHM oder dem Belvedere verfügt das NHM laut Geschäftsführung über deutlich geringere Rücklagen, um solche Projekte aus Eigenmitteln vorzufinanzieren.
Für die Tourismusbranche ist dies ein klarer Dämpfer. Ein modernes Visitor Center würde die Aufenthaltsqualität für die jährlich rund 920.000 Besucher (2025) deutlich verbessern und die Attraktivität einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Wiens weiter steigern.
Das Jubiläumsprogramm: Ein starker Magnet für 2026
Trotz des Rückschlags bei den Bauplänen setzt das NHM im Jubiläumsjahr auf ein hochkarätiges Programm, das starke Impulse für den Städtetourismus verspricht:
- Große Jubiläumsschau (ab 28. April): Unter dem Titel „Gutes Sammeln, böses Sammeln“ wird eine „wilde und ungewöhnliche“ Sonderschau Einblicke in die 30 Millionen Objekte umfassenden Sammlungen geben und auch kritische Themen wie Kolonialismus und NS-Zeit aufarbeiten.
- Song Contest-Sonderausstellung: Im Mai wird die Ausstellung „Voices of Nature“ Objekte aus allen 35 ESC-Teilnehmerländern präsentieren und so gezielt das internationale Publikum des Events ansprechen.
Das NHM bleibt somit auch ohne neuen Eingangsbereich einer der wichtigsten Frequenzbringer für den Wiener Tourismus. Die Herausforderung für die Branche wird sein, die durch das Jubiläumsprogramm geschaffenen Impulse aktiv aufzugreifen und in wirtschaftlichen Erfolg umzuwandeln.







