Zu kaum einer Jahreszeit steht das Essen so sehr im Vordergrund wie rund um Weihnachten. Warum also diese Zeit nicht nutzen, um neben der Kulinarik auch die Wertschätzung dahinter zu zelebrieren? Heimische Lebensmittel haben viel zu bieten – häufig nutzen wir das volle Potenzial aber gar nicht aus.
Beim Fleisch kommen in Österreich klassischerweise Edelteile wie Lungenbraten oder Beiried auf den Teller. Doch ein Tier besteht bekanntlich nicht nur aus diesen wenigen Teilen. Alles was zwischen Rüssel und Ringelschwänzchen oder Schnauze und Schweif liegt, hat es verdient, in unsere Küchen Einzug zu finden. Warum also nicht mit Schweinebauch oder Leber beispielsweise für Abwechslung auf der Speisekarte sorgen? Das macht die Gäste neugierig: Sie trauen sich an neue – oder vielleicht altbekannte – Geschmäcker heran und entdecken unsere Lebensmittelvielfalt neu für sich.
Dieses sogenannte „Nose-to-Tail“-Konzept kann man sich auch in der vegetarischen oder veganen Küche zu Herzen nehmen. „Leaf to Root“ oder „Root to Stem“ zeigt, dass vermeintliche Gemüseabfälle nicht im Biomüll landen müssen: Karotten- und Radieschengrün eignen sich für frisches Pesto, aus Schälresten lassen sich aromatische Suppen oder knusprige Chips zubereiten. Dank moderner Küchentechnik wie Entsaftern, leistungsstarken Mixern und Co. lassen sich selbst Stiele und holzige Teile zu echten Köstlichkeiten verarbeiten. Die bunte Gemüsevielfalt, die uns aus regionalem Anbau zur Verfügung steht, schreit förmlich nach kreativer Zubereitung.
Gerade jetzt, wo wir das Jahr so langsam bei gutem Essen ausklingen lassen, bietet es sich an, sich mit dem Wert hinter einem Lebensmittel auseinanderzusetzen. Wer bewusst jene Produkte aufwertet, die wir bisher eher weniger am Radar hatten, setzt damit auch einen Denkanstoß für die Gäste. Das Schöne dabei ist: Diese Wertschätzung sieht man nicht nur, man schmeckt sie auch.






