Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) begrüßt die vom Sozialministerium präsentierte „Aktion 55+“ als einen wichtigen Schritt, um ältere arbeitslose Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen. Gleichzeitig betont der ÖGB die Notwendigkeit genereller Verbesserungen und Investitionen, damit die Aktion dauerhaft wirkt und faire Arbeit schafft.
Erfahrung nutzen, Benachteiligung abbauen
Ältere Beschäftigte verfügen über wertvolle Erfahrung und Wissen, werden am Arbeitsmarkt jedoch oft benachteiligt. Die „Aktion 55+“ kann nach Ansicht des ÖGB helfen, diese Ungerechtigkeit zu verringern, vorausgesetzt, die Maßnahmen sind langfristig, fair und gut abgesichert. Es wird eine nachhaltige Strategie für gute Arbeit im Alter gefordert, da ältere Menschen zu fairen Bedingungen und mit einer klaren Perspektive arbeiten wollen.
Besonders betroffen sind Menschen, die nach vielen Jahren durchgehender Arbeit arbeitslos werden und oft keinen neuen Job mehr finden. Hier bedarf es Modellen, die einen schrittweisen Wiedereinstieg ermöglichen. Da Arbeitslosigkeit oft auch gesundheitliche Folgen hat, sind mehr Präventionsmaßnahmen notwendig, damit Menschen gesund bis zur Pension arbeiten können.
Klare Forderungen für eine nachhaltige Arbeitswelt
Der ÖGB fordert klare Rahmenbedingungen, um die Situation für ältere Beschäftigte nachhaltig zu verbessern:
- Effektiver Kündigungsschutz für Beschäftigte ab 55 Jahren.
- Schaffung von dauerhaften und nachhaltigen Arbeitsplätzen, auch am zweiten Arbeitsmarkt, anstelle von kurzfristigen Maßnahmen.
- Ein Rechtsanspruch auf Altersteilzeit als fairer Übergang von der Erwerbsarbeit in die Pension, mit gutem Wissenstransfer.
- Ausbau von Weiterbildungsangeboten, die auf ältere Beschäftigte zugeschnitten sind.
- Gestaltung alternsgerechter Arbeitsplätze.
- Sicherstellung rechtzeitiger Nachbesetzungen im öffentlichen Dienst, insbesondere in Gesundheit, Pflege, Betreuung und öffentlichem Verkehr.
Die „Aktion 55+“ müsse gezielt Chancen für ältere Frauen schaffen, da der öffentliche Dienst zeige, dass geschlechtsunabhängige Bezahlung die Gleichstellung fördere.
Für die Gastronomie und Hotellerie, die stark vom Fachkräftemangel betroffen ist, sind diese Forderungen von hoher Relevanz. Erfahrene ältere Beschäftigte sind eine wertvolle Stütze für viele Betriebe. Maßnahmen wie Altersteilzeit, angepasste Arbeitsbedingungen und gezielte Weiterbildung können dazu beitragen, dieses Know-how länger im Unternehmen zu halten und die Attraktivität der Branche als Arbeitgeber zu steigern.







