Von der Mitarbeiteranmeldung über die Lohnverrechnung bis hin zu Bauvorhaben: Die überbordende Bürokratie in Österreich wird für die Hotellerie zunehmend zur Belastung. Walter Veit, Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV), kritisiert die komplizierten, langwierigen und teuren Prozesse und fordert eine effektive und nachhaltige Entbürokratisierung in vier konkreten Schritten.
Wirtschaftspolitik statt Symbolpolitik
Die Bürokratie kostet Österreich jährlich zwischen 2,6 und 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Eine Halbierung dieser Kosten würde nicht nur die Staatsschulden nachhaltig senken, sondern vor allem den Betrieben dringend benötigte Handlungsspielräume zurückgeben. „Verwaltungsvereinfachung ist Standort- und Wirtschaftspolitik im besten Sinn. Sie schafft Handlungsspielräume, stärkt Betriebe und sichert Arbeitsplätze“, so Veit. Vor diesem Hintergrund sei das Deregulierungs-Staatssekretariat eine der wichtigsten Einrichtungen der Republik.
Um die Betriebe spürbar zu entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, fordert die ÖHV einen klaren 4-Punkte-Plan:
- Rasche Umsetzung der 113 vorgelegten Maßnahmen Ein umfassender Katalog an Entbürokratisierungsmaßnahmen liegt bereits vor. Diese müssen nun zügig umgesetzt werden, um eine schnelle und spürbare Entlastung für die Unternehmen zu bewirken.
- Massive Aufstockung des Teams im Deregulierungs-Staatssekretariat Um die anstehenden Aufgaben bewältigen zu können, sei es unerlässlich, die personellen und finanziellen Ressourcen des zuständigen Staatssekretariats massiv zu erhöhen. Nur so könne der notwendige Druck aufrechterhalten werden.
- Start neuer Entbürokratisierungsprojekte im hohen Takt Die bestehenden 113 Maßnahmen sind nur der Anfang. Unzählige weitere Regelungen bremsen die österreichische Wirtschaft und müssen in einem kontinuierlichen Prozess identifiziert und abgeschafft werden.
- Ein verpflichtender Praxis-Check für alle Gesetzesentwürfe Um zu verhindern, dass neue bürokratische Hürden entstehen, fordert die ÖHV einen verpflichtenden Praxis-Check für alle Gesetzesentwürfe. Dieser soll sicherstellen, dass nur noch praxistaugliche und umsetzbare Vorschriften in den Begutachtungsprozess gelangen.
Für die Gastronomie und Hotellerie würde die Umsetzung dieser Forderungen eine erhebliche Entlastung im Betriebsalltag bedeuten. Weniger Zeit für administrative Tätigkeiten bedeutet mehr Zeit für die Gäste, für die Mitarbeiterführung und für die strategische Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens.






