Die österreichische Hotelbranche wehrt sich entschieden gegen den Vorwurf, Beschäftigte außerhalb der Saison beim Arbeitsmarktservice (AMS) „zwischenzuparken“. Im Rahmen des Hotelkongresses 2026 in Linz konterte Walter Veit, Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV), die Kritik und präsentierte konkrete Lösungsvorschläge, um die saisonale Beschäftigung neu und fairer zu gestalten.
Eine Frage der wirtschaftlichen Realität
Veit stellte die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit in den Vordergrund: „Sollen wir 14 Monatsgehälter an unsere Mitarbeiter zahlen, die wir fünf Monate brauchen?“ Angesichts von Lohnkosten, die bereits 45 Prozent des Nettoumsatzes ausmachen, sei das Auslagern der Bezahlung in der Nebensaison keine böswillige Taktik, sondern eine wirtschaftliche Realität. Von den rund 227.000 Beschäftigten in der Gastronomie und Hotellerie sind etwa 34.000 (15 Prozent) saisonal angestellt. Veit verwies darauf, dass auch in anderen Branchen bei Nachfragerückgang Personal abgebaut werde, die Politik dort aber schnell mit Instrumenten wie Kurzarbeit zur Stelle sei.
Das Rezept: Ein Modell zur Saisonverlängerung
Statt Vorwürfen fordert die ÖHV ein konstruktives Modell zur Förderung der Saisonverlängerung. Konkret schlägt Veit vor, dass das AMS die Hälfte der Personalkosten übernimmt, wenn ein Betrieb versucht, in den traditionell schwächeren Randzeiten Personal zu halten und das Geschäft offen zu halten. Dieses Modell würde es Unternehmern erleichtern, das wirtschaftliche Risiko einer Saisonverlängerung zu tragen und so ganzjährige Arbeitsplätze zu sichern.






