Österreichs Unternehmen und die öffentliche Hand investieren Milliarden in den Netzausbau, doch der Fortschritt bleibt durch hohe Baukosten, langwierige Genehmigungen, rechtliche Unsicherheiten und mangelnde Koordination gebremst. Die Industriellenvereinigung (IV) und die Telekombranche fordern eine entschlossene Neuaufstellung der digitalen Rahmenbedingungen, um Österreich bis 2030 auf die digitale Überholspur zu bringen und im internationalen Wettbewerb nicht weiter zurückzufallen.
Digitale Infrastruktur als Wirtschaftsmotor
Peter Koren, Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung, konstatiert: „Wir müssen auf den digitalen Highway. Dazu müssen wir die strukturellen Bremsklötze lösen.“ IV-Chefökonom Christian Helmenstein unterstreicht die volkswirtschaftliche Bedeutung der Telekommunikationsbranche, die 2024 eine Bruttowertschöpfung von 11,2 Milliarden Euro generierte (2,6 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung Österreichs) und über 75.000 Menschen beschäftigt. „Da liegt mehr Potenzial drinnen – Österreich muss jetzt auf die Überholspur wechseln, sonst verlieren wir im internationalen Wettbewerb weiter an Boden.“
Sechs zentrale Handlungsfelder für einen Digitalisierungsschub
Gemeinsam mit der IKT-Branche hat die Industriellenvereinigung sechs zentrale Handlungsfelder definiert, um einen investitionsfreundlichen, effizienten und rechtssicheren Rahmen für den flächendeckenden Ausbau gigabitfähiger Netze zu schaffen:
- Grundlegende Evaluierung der Breitbandförderung: Sicherstellen, dass Fördergelder ihr Ziel erreichen.
- Mehr Rechtssicherheit und konsistente Konsumentenschutzregeln: Schaffung klarer und verlässlicher Rahmenbedingungen.
- Deutliche Entbürokratisierung und Verfahrensbeschleunigung: Abbau unnötiger Hürden.
- Rasche gesetzliche Umsetzung eines Tiefbauatlas: Für Planbarkeit und Kostenersparnis.
- Moderne, standortstärkende Frequenzpolitik: Nutzung der EU-Option zur Verlängerung von Frequenzen.
- Verlässliche Regeln für Rechtsschutz und Inhouse-Verkabelung: Gewährleistung bester Konnektivität in Mehrparteienhäusern.
Thomas Arnoldner betont die Notwendigkeit eines verpflichtenden digitalen Tiefbauatlas, der Doppelgleisigkeiten verhindert und Kosten spart. Thomas Kicker fordert eine Absicherung der Leitungsrechte und eine Förderung der Nachfrage, da viele Glasfaserkabel noch nicht in den Haushalten ankommen. Rudolf Schrefl unterstreicht die Notwendigkeit verlässlicher Regeln und moderner, digitalisierter Genehmigungsverfahren, um Investitionen zu sichern und den Ausbau nicht auszubremsen.
Digitale Dynamik für die Zukunft
Österreich braucht einen entschlossenen Digitalisierungsschub, um Standortqualität, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit langfristig abzusichern. Die digitale Infrastruktur ist eine zentrale Basis für Wertschöpfung, Produktivität und technologische Entwicklung im ganzen Land. Nur wenn die bestehenden Hürden rasch abgebaut und klare, verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, kann Österreich jene digitale Dynamik entwickeln, die es für die kommenden Jahrzehnte dringend braucht.
Für die Gastronomie und Hotellerie ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur unerlässlich. Sie ermöglicht effiziente Betriebsabläufe, verbessert die Kommunikation mit Gästen und Lieferanten und schafft neue Möglichkeiten für digitale Services und Marketing. Ein schneller und zuverlässiger Netzausbau ist somit ein entscheidender Faktor für den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche.






